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Bahnverkehr: Es wird zu viel geredet statt getan

Die Verkehrswende ist in aller Munde - doch für wirkliche Veränderungen fehlt oft der Wille, findet Sächsische.de-Reporter Tilo Berger.

Sächsische.de-Reporter Tilo Berger kommentiert die Diskussion um eine Wiederbelebung von stillgelegten Bahnstrecken.
Sächsische.de-Reporter Tilo Berger kommentiert die Diskussion um eine Wiederbelebung von stillgelegten Bahnstrecken. © dpa-Zentralbild

Bautzen. Mit dem Zug nach Budapest? Da fahren Sie zunächst nach Hohenwulsch! In einem der bekanntesten Sketche des genialen Komödianten-Duos Herricht und Preil ging es ums Bahnfahren, und das Stück ist bis heute herrlich komisch.

Aber gegen manche Komik in der heutigen Verkehrspolitik war die Hohenwulsch-Fahrt gar nichts. Nur ein Akt aus dem Stück, das da gerade aufgeführt wird: Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsministerium sagt, auf den Wiederaufbau der Bahnstrecke Bautzen-Hoyerswerda könne mangels Bestell-Absicht des regionalen Verkehrsverbundes verzichtet werden. Der Verkehrsverbund wiederum sagt, Züge könne er ja nur dort bestellen, wo auch Schienen liegen.

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Noch mehr tragikomische Szenen gefällig? Da fallen uns schnell Stichworte ein: die fehlende Oberleitung über der Strecke Dresden-Görlitz, das Hirngespinst von einem IC-Sprinter zwischen Zittau, Bautzen und Weißwasser und und und.

Es wird viel geredet über eine Verkehrswende mit weniger Autos, dafür mehr Bahnen und Bussen. Ja, die Autofahrer beim Tanken zu verärgern, klappt schon sehr gut. Doch beim öffentlichen Nahverkehr sind die Sprünge kleiner als an der Zapfsäule.

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Sicher, auf einer ganzen Reihe von Buslinien gibt es jetzt oder in absehbarer Zeit einen festen Takt und auch am Wochenende neue Verbindungen. Aber unterm Strich wird doch lieber gesagt, was alles nicht geht - als das, was gehen könnte. Nur wo ein Wille ist, ist auch ein Schienenweg. Rolf Herricht, übernehmen Sie!

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