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Die Inflation bleibt nicht lange so hoch

Sachsen erlebt die stärkste Teuerung seit 1994. Wird sie noch heftiger? Ein Kommentar.

Einkaufen ist jetzt teurer als vor der Mehrwertsteuer-Senkung aus dem Corona-Jahr 2020.
Einkaufen ist jetzt teurer als vor der Mehrwertsteuer-Senkung aus dem Corona-Jahr 2020. © dpa

Dresden. Diese Zahl schockiert erst mal: Die Verbraucherpreise in Deutschland sind jetzt 3,8 Prozent höher als vor einem Jahr, in Sachsen laut Statistischem Landesamt 3,7 Prozent. Eine so hohe Inflationsrate haben die Kamenzer Statistiker seit 1994 nicht mehr festgestellt.

Nur kurz vor der großen Wirtschaftskrise, Mitte 2008, lag die Teuerung noch einmal bei 3,5 Prozent. Seitdem hat die Inflation selten zwei Prozent überschritten. Wird jetzt infolge der Corona-Krise etwa alles in großen Sprüngen teurer?

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Wer gerade Baumaterial besorgen oder häufig tanken muss, der bekommt das hohe Preisniveau schon zu spüren. Doch bei Inflationsraten weit über drei Prozent wird es nicht lange bleiben.

Preis-Erhöhungen werden die Nachfrage bremsen

Jetzt und noch im nächsten halben Jahr wird die Rechnung stark dadurch beeinflusst, dass voriges Jahr die Mehrwertsteuer gesenkt wurde. Das galt von Juli bis Dezember.

Damals wurde der Liter Milch zwei Cent billiger, im Januar wurden die zwei Cent wieder aufgeschlagen. Laut Statistischem Bundesamt verringerte die Mehrwertsteuersenkung die Inflationsrate Mitte vorigen Jahres um 1,6 Prozentpunkte.

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Manche Händler und Dienstleister nutzen freilich nun den Wirtschaftsaufschwung, um die Preise stärker zu erhöhen. Dazu kommen auch noch die Kohlendioxid-Abgaben auf Energiepreise.

Doch eine Super-Inflation ist nicht in Sicht. Zum Teil tragen die Preiserhöhungen selbst dazu bei, dass die Nachfrage nach manchen Produkten nicht mehr steigt und die Lage sich normalisiert.

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