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Die Zentralbank muss die Inflation senken

Bei fünf Prozent Inflationsrate müssen auch die Löhne steigen - aber nicht unbedingt genauso stark. Ein Kommentar.

Von Georg Moeritz
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Die Inflation in Sachsen steigt auf fünf Prozent.
Die Inflation in Sachsen steigt auf fünf Prozent. © dpa

Eine Gehaltserhöhung von 2,8 Prozent ist in normalen Jahren ganz ordentlich. Bei 3.000 Euro im Monat macht das 84 Euro mehr aus, jedenfalls brutto. Diese Erhöhung haben die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Bundesländer ausgehandelt – allerdings erst für Ende nächsten Jahres. Das gleicht die fünf Prozent Inflationsrate nicht aus.

Allerdings gibt es zusätzlich eine Corona-Sonderzahlung. Davon können die Länderbeschäftigten zum Beispiel ihre Heizöltanks füllen, falls sie welche haben. Kraftstoffe und Erdgas sind viel teurer geworden.

In vielen Unternehmen werden Beschäftigte jetzt ähnliche Lohn-Erhöhungen fordern. Zu recht: Schließlich spüren sie bei jedem Einkauf die gestiegenen Preise. Steigende Löhne lassen freilich auch die Kosten der Fabrikanten und Händler weiter steigen. Vor allem die Erhöhung des Mindestlohns von 9,60 Euro auf bald 12 Euro könnte die Preise mancher Bäcker oder Friseure hochschieben.

Dass die Lohn-Erhöhung die Inflationsrate immer ausgleicht, ist leider eine übertriebene Hoffnung. Deshalb müssen Regierung und Zentralbank sich anstrengen, die Inflation wieder zu senken.

Anzeichen gibt es: Ökonomen rechnen fürs nächste Jahr mit Raten zwischen zwei und drei Prozent. Schnäppchenpreise bei Benzin sind zwar nicht zu erwarten, aber auch nicht wieder eine Mehrwertsteuer-Erhöhung wie Anfang dieses Jahres. Immerhin: Voriges Jahr dürfte so mancher etwas gespart haben, als Mehrwertsteuer und Benzinpreise niedrig waren.