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Höhere Preise gehören zum Aufschwung

Die Inflation schien fast verschwunden, nun liegt sie in Sachsen bei 2,4 Prozent. Ist das viel? Ein Kommentar.

Für die nächsten Monate ist mit einer Aufschwung-Teuerung zu rechnen, kommentiert SZ-Wirtschaftsredakteur Georg Moeritz.
Für die nächsten Monate ist mit einer Aufschwung-Teuerung zu rechnen, kommentiert SZ-Wirtschaftsredakteur Georg Moeritz. © Georg Moeritz

Finger weg vom Heizöl, jetzt sind Gartenmöbel im Angebot! Dieser Einkaufstipp ist natürlich albern, aber er zeigt die zwei Seiten derselben Sache: Die Preisentwicklung geht nicht bei allen Produkten nur in eine Richtung.

An Sachsens Tankstellen lässt sich ablesen, dass Kraftstoffe jetzt über 20 Prozent mehr kosten als vor einem Jahr – damals waren die Preise allerdings niedrig. Zum Beginn der Corona-Pandemie hatten viele Industriezweige auf die Bremse getreten, damit sank auch die Nachfrage nach Sprit.

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Inzwischen sind viele Branchen auf dem Weg der Besserung. Auf steigende Nachfrage folgen steigende Preise. Dass Sachsens Statistiker jetzt 2,4 Prozent Teuerung seit Mai vorigen Jahres errechnen, ist auch ein gutes Zeichen: Etwas Inflation gehört zum Aufschwung. Leichte Preiserhöhungen können sogar dazu beitragen, die Wirtschaft anzukurbeln. Wer dagegen mit billiger werdenden Möbeln oder Autos rechnen kann, der verschiebt Anschaffungen womöglich immer weiter, sodass Fabriken weniger zu tun haben.

Fahrräder und Haustiere fünf Prozent teurer

Die Teuerung bei Benzin und Heizöl ist heftig, aber sie ist eine Ausnahme. Lebensmittel sind in Sachsen gerade mal 0,6 Prozent teurer als vor einem Jahr, das ist zu verkraften. Die Kaltmieten zogen laut Landesamt um 0,8 Prozent an, wobei es freilich große Unterschiede je nach Lage der Wohnung gibt.

Fahrräder und Haustiere stehen mit fünf Prozent Jahres-Teuerung in den Kamenzer Tabellen – wohl auch eine Folge erhöhter Nachfrage wegen Corona. Friseure und Elektriker haben ihre Preise um einige Prozent erhöht. Häusliche Altenpflege kostet fast elf Prozent mehr als vor einem Jahr.

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Doch es stimmt nicht, dass alles immer teurer wird. Kartoffeln sind deutlich billiger, bei Gartenmöbeln und Heimtextilien stellten die Kamenzer Statistiker gesunkene Preise fest. Auch die Telekommunikation wurde billiger. Vor Kleidung und Schuhen stehen ebenfalls Minuszeichen, allerdings konnten die Statistiker noch nicht wieder alle Läden einbeziehen.

Für die nächsten Monate müssen wir uns weiter auf eine leichte Aufschwung-Teuerung einstellen, aber mit einer gefährlichen Inflation wie in den 1920er-Jahren hat das nichts zu tun.

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