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Inflation? Nur keine Angst!

Tanken und Haareschneiden sind teurer geworden - doch das geht nicht so weiter, kommentiert Georg Moeritz. Sparer werden aber rechnen müssen.

Teuerung in Sachsen: Ein typischer Warenkorb kostet jetzt 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Teuerung in Sachsen: Ein typischer Warenkorb kostet jetzt 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. © dpa/Fabian Sommer

Viele Menschen haben Angst vor Corona, bei manchen kommt ausgerechnet jetzt noch die Sorge um ihr Erspartes dazu. Wer gesehen hat, wie schnell etwa Benzinpreise zu Jahresanfang gestiegen sind, kann schon Bedenken bekommen.

Noch für Dezember hatten die Statistiker im Kamenzer Landesamt eine Inflationsrate von null Prozent festgestellt. Nun errechnen sie für den Februar schon 1,3 Prozent. Manche Experten sagen voraus, dass die Teuerung in diesem Jahr auf zwei bis drei Prozent steigen wird.

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Allerdings: Das bedeutet nicht, dass es so weitergeht und in drei bis vier Jahren schon zehn Prozent der Ersparnisse aufgezehrt sind. Damit ist nicht zu rechnen.

Friseure schreiben Hygienezuschlag ans Fenster

Voriges Jahr war Tanken so günstig wie lange nicht. Zur Jahresmitte sanken dann auch noch viele Preise, zum Beispiel für Lebensmittel – weil der Staat die Mehrwertsteuer senkte. Es war klar, dass solche Preissenkungen nicht dauerhaft bleiben.

Der Liter Vollmilch kostet jetzt wieder 79 Cent statt 77 Cent, wie vor der Mehrwertsteuersenkung. Diese Rückkehr zum alten Niveau ist eine Preiserhöhung, die sich nicht regelmäßig wiederholt.

Zur Öffnung am 1. März haben allerdings manche Friseure Preis-Erhöhungen plus neue Hygienezuschläge angeschlagen. Auch dürfte so mancher Händler und Gastwirt, wenn er endlich wieder öffnen darf, einen Ausgleich für die Ausfallmonate suchen und höhere Preise fordern. Die Teuerung ist im erhofften Aufschwung stärker als im Krisenjahr 2020.

Nachfrage nach sächsischem Sauerbraten

Doch in der Regel sorgen automatische Stabilisatoren dafür, dass die Inflation bald wieder abgebremst wird. In der Erholung nach einer Krise steigen die Preise, aber nicht jeder kann sich die höheren Preise leisten. Die Nachfrage nach Öl und Benzin steigt nicht unendlich, auch nicht der Bedarf an sächsischem Sauerbraten und Dauerwelle. Manche Preise werden auch wieder sinken, sonst kommt kein Geschäft zustande.

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Der Liter Vollmilch kostet jetzt im Supermarkt wieder 79 Cent, wie vor der Mehrwertsteuersenkung. Andere Preise sind gerade stärker gestiegen.

Wer Ersparnisse hat und bei 1,3 Prozent Inflationsrate nur 0,2 Prozent Zinsen auf Tagesgeld bekommt, macht freilich derzeit Verlust. Steigende Zinsen sind für dieses Jahr nicht zu erwarten, weil die Zentralbank wieder einmal mit billigen Krediten die Wirtschaft ankurbeln muss.

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