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Inflationsrate in Sachsen springt auf 4,5 Prozent

Die Teuerung geht weiter: Vor allem Energiepreise sind kräftig gestiegen. Nur wenige Produkte sind billiger als vor einem Jahr.

Von Georg Moeritz
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Super oder nicht Super: Benzin und Diesel waren vor einem Jahr eher günstig, jetzt ist die Inflation zu spüren.
Super oder nicht Super: Benzin und Diesel waren vor einem Jahr eher günstig, jetzt ist die Inflation zu spüren. © Archiv/Monika Skolimowska/dpa

Dresden. Es sind nicht nur die Energiepreise, aber dort zeigt sich die Teuerung am stärksten: Die Inflationsrate in Sachsen ist im Oktober auf 4,5 Prozent gestiegen. Noch für September hatte das Statistische Landesamt 4,1 Prozent gemeldet. Damit ist die Teuerung für einen typischen Warenkorb innerhalb eines Jahres gemeint. Im Warenkorb der Kamenzer Statistiker sind auch Lebensmittel, Mieten und Dienstleistungen enthalten.

Die Kraftstoffpreise liegen in diesem Oktober 34,5 Prozent höher als vor einem Jahr. Damals war allerdings wegen der Corona-Wirtschaftskrise Sprit und Heizöl vergleichsweise günstig. In diesem Jahr mussten beispielsweise Besitzer einen Flüssiggastanks 68,5 Prozent mehr fürs Füllen bezahlen als vor einem Jahr. Auch Fernwärme wurde teurer: um 14,1 Prozent laut Statistischem Landesamt, die örtlichen Versorgungsunternehmen rechnen allerdings unterschiedlich.

In der Tabelle der Kamenzer Statistiker stehen in diesem Monat kaum Produkte, die billiger geworden sind. Feste Brennstoffe sind mit minus 0,7 Prozent verzeichnet. Zwar wurden Kohlebriketts um 5,4 Prozent teurer, doch Brennholz und Holzpellets kosteten 1,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Ein Minus in der Tabelle steht auch bei Ausgaben für das Bildungswesen und bei Schuhen. Demnach wurden Schuhe im Durchschnitt um 0,1 Prozent billiger, während Bekleidungsartikel 1,5 Prozent teurer angeboten wurden als vor einem Jahr.

Gaststättenbesuch 2,4 Prozent teurer als vor einem Jahr

Die Kamenzer Statistiker weisen darauf hin, dass die hohe Inflationsrate zum Teil durch die neue CO2-Bepreisung für Mineralölprodukte zustande kommt. Außerdem war vor einem Jahr wegen Corona die Mehrwertsteuer niedriger, seit Januar ist sie wieder so hoch wie vor der zeitweiligen Senkung. Das wirkt sich auch auf die Nahrungsmittelpreise aus, die jetzt in Sachsen 4,2 Prozent höher sind als vor einem Jahr. Bei Getreide-Erzeugnissen fiel die Teuerung etwas stärker aus als bei Fleisch. Gemüse ist im Schnitt jetzt sechs Prozent teurer als vor einem Jahr, Obst um 0,5 Prozent.

Bei der Kaltmiete zeigen sich keine auffälligen Sprünge in der Statistik für Sachsen. Laut Tabelle ist sie im sächsischen Durchschnitt jetzt ein Prozent höher als vor einem Jahr, die Miete mit Nebenkosten stieg um 1,4 Prozent. Gaststättenbesuche kosten laut Tabelle jetzt im Schnitt 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Preisbeobachter haben sich außer der Jahresteuerung auch die Veränderungen von September zu Oktober angesehen. Demnach ging die Teuerung bei Kraftstoffen weiter, Diesel wurde im Monatsvergleich um 7,3 Prozent teurer, Benzin um 4,4 Prozent. Obst und Gemüse wurden etwas billiger, auch Fleisch und Bekleidung. Bei Pauschalreisen ließen sich im Oktober ebenfalls niedrigere Preise finden als noch im September.

Inflation bundesweit auf höchstem Stand seit 28 Jahren

Auch bundesweit hat sich die Inflation im Oktober weiter beschleunigt und den höchsten Stand seit 28 Jahren erreicht. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Oktober vorigen Jahres um 4,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte.

Auch im September war die Zahl für Sachsen und Deutschland bereits gleich. Gegenüber dem September dieses Jahres kletterten die Verbraucherpreise bundesweit im Oktober um 0,5 Prozent.