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Ex-Kanzler Kurz in Österreich als Abgeordneter vereidigt

ÖVP-Fraktion wählte Sebastian Kurz einstimmig zu ihrem Vorsitzenden. Zuvor trat er nach Korruptionsvorwürfen als Kanzler zurück.

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Abgeordneter August Wöginger (l-r) und Sebastian Kurz, Parteivorsitzender der ÖVP, nehmen an der Debatte im Nationalrat über den Budgetentwurf teil.
Abgeordneter August Wöginger (l-r) und Sebastian Kurz, Parteivorsitzender der ÖVP, nehmen an der Debatte im Nationalrat über den Budgetentwurf teil. © Hans Punz/APA/dpa

Wien. Nach seinem Rücktritt als Kanzler Österreichs ist Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag als Abgeordneter im Parlament vereidigt worden. Trotz der Korruptionsermittlungen gegen Kurz bleibt der 35-Jährige Parteichef der konservativen ÖVP und wird künftig die Fraktion im Nationalrat anführen.

Mit dem Wechsel ins Parlament genießt Kurz zunächst Immunität. Das Parlament kann aber auf Antrag der Staatsanwaltschaft entscheiden, ob ein Parlamentarier der Justiz ausgeliefert wird. Kurz hat aber ohnehin angekündigt, auf die Immunität verzichten zu wollen.

Korruptionsaffäre: Gegen Kurz laufen weiter Ermittlungen

Gegen den ehemaligen Regierungschef laufen zwei Ermittlungsverfahren. Zum einen untersucht die Staatsanwaltschaft den Verdacht einer Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss, der Korruption im öffentlichen Sektor untersuchte. Zum anderen gehen die Fahnder dem Verdacht nach, dass Kurz und sein Führungszirkel positive Medienberichte und geschönte Umfragen mit Steuergeld erkauft haben. Gegen insgesamt zehn Personen wird wegen des Verdachts der Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt. Kurz bestreitet die Vorwürfe.

Wegen der Korruptionsaffäre hatten die mitregierenden Grünen ultimativ die Ablöse von Kurz gefordert. Am Montag wurde der bisherige Außenministers Alexander Schallenberg als sein Nachfolger im Kanzleramt vereidigt. (dpa)