Sonnabendnachmittag protestieren etwa 450 Menschen gegen die geplante Asylunterkunft in der alten Flachsspinnerei in Hirschfelde. Doch das Anliegen gerät im Laufe der Veranstaltung zur Nebensache.
Zittau. 18 Uhr am Sonnabend in Hirschfelde. Der Protestmarsch und die anschließende Kundgebung gegen die Pläne des Landkreises, im früheren Wohnheim der alten Flachsspinnerei eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten, ist gerade zu Ende. Uwe Koch steht am Rande des Marktplatzes. Er ist Mitglied der Bürgerinitiative "Hirschfelde & Rosenthal gemeinsam gegen das Heim" und hat die Veranstaltung mit organisiert. "Ich muss das erstmal verdauen", sagt er kurz angebunden. Denn was er hier in den zurückliegenden zwei Stunden erlebt hat, hatte er so nicht vorausgeahnt.
Schon Tage zuvor hatte die Bürgerinitiative angekündigt, welche Redner zu Wort kommen sollten. Beim Ortsbürgermeister (parteilos) hatte dies für Stirnrunzeln gesorgt. "Mario Kumpf von der AfD und Max Schreiber von den Freien Sachsen - ein Unding", so Bernd Müller gegenüber der SZ. "Mich ärgert das sehr. Denn es geht bei diesem Thema um die Hirschfelder Bürger und nicht darum, dass hier irgendjemand seine Parteipolitik ablässt."
Die Hirschfelder hatten die Gründe für die Ablehnung der Asylunterkunft in Hirschfelde auf Schilder geschrieben.
Quelle: Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Doch genau dies geschah im Laufe des Nachmittags. Zuerst berichtete Doreen Roman von der Bürgerinitiative (BI), was seit dem letzten Protestzug am 21. April geschehen war. Viel Interessantes konnte sie jedoch nicht erzählen. Denn fast alle Aktionen waren bekannt. Und auch die Ankündigung der Freien Evangelischen Gemeinde Görlitz, das Objekt in der Hirschfelder Ortslage Rosenthal kaufen zu wollen und deshalb mit dem Landkreis in Verhandlungen zu stehen, war nicht neu. Die SZ hatte erst kürzlich darüber berichtet.