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Moria: Kein Platz für Menschenfeinde in der EU

Nach dem Brand in Moria brauchen Betroffene schnelle Hilfe. Zugleich muss die EU klären, ob manche Staaten noch zu Recht Mitglied sind - ein Kommentar.

Nach dem Brand in Moria müssen Zivilgesellschaft und Parteien Druck ausüben - findet SZ-Redakteurin Franziska Klemenz.
Nach dem Brand in Moria müssen Zivilgesellschaft und Parteien Druck ausüben - findet SZ-Redakteurin Franziska Klemenz. © Eurokinissi via ZUMA Wire

Der Brand in Moria hat nur besiegelt, dass die Flüchtlingspolitik der EU sich nicht an ihren gern gepredigten Werten orientiert. Eine Hölle des Elends war das Lager auf Lesbos schon lange. 12.600 Menschen hausten zuletzt in dem für knapp 3.000 konzipierten Areal, Kinder wuchsen schutzlos auf, ohne Hygiene, Bildung, ausreichend Essen und Medizin. 

Krankheit, Dreck und Gewalt gehörten zum Alltag. Ist es Ziel dieser Abschottungspolitik, dass sie die Flucht bereuen? Wer nach Moria kam, suchte Sicherheit und landete in einer Sackgasse, weil die EU sich nicht einigen kann. Vor allem rechtsnational regierte Staaten Osteuropas verweigern Menschen mit anderer Hautfarbe und Religion das Recht auf Asyl. 

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Aber auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) blockierte Angebote aus Kommunen und Ländern, Menschen aus Moria aufzunehmen. Nach dem Brand brauchen 12.600 Obdachlose, manche mit Corona, schnell und unbürokratisch Hilfe. Von wem, wird ihnen egal sein. Langfristig ist es das aber nicht. Es liegt jetzt an Zivilgesellschaft und Parteien, Druck auszuüben. 

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Mail an Franziska Klemenz

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