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Politik

Martin Schulz wird Chef der Ebert-Stiftung

Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat soll die Leitung der parteinahen Stiftung übernehmen. Hochrangige SPD-Politiker sprechen sich für ihn aus.

Martin Schulz ist derzeit Bundestagsabgeordneter. Bei der Wahl 2017 trat er als Kanzlerkandidat der SPD an.
Martin Schulz ist derzeit Bundestagsabgeordneter. Bei der Wahl 2017 trat er als Kanzlerkandidat der SPD an. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Der frühere SPD-Chef Martin Schulz soll die Führung der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung übernehmen. Der amtierende Stiftungs-Vorsitzende Kurt Beck (71) erklärte am Dienstag, er wolle das Amt nach acht Jahren aus Altersgründen abgeben und schlage Schulz für die Wahl seines Nachfolgers im Dezember vor. "Die Zukunft Europas ist für die Zukunft unseres Landes von entscheidender Bedeutung", betonte Beck. Ein "ausgewiesener und geachteter Europäer" an der Spitze der Stiftung werde dieses wichtige Anliegen ihrer Arbeit überzeugend verkörpern und weiter voranbringen, erläuterte er mit Blick auf Schulz, der auch Präsident des Europaparlaments war. Zuerst berichtete das Nachrichtenportal "The Pioneer" über die Personalie.

Schulz selbst sagte der Deutschen Presse-Agentur, er fühle sich durch den Vorschlag, dieser traditionsreichen und wichtigen Stiftung vorzustehen, "sehr geehrt". "Die Friedrich-Ebert-Stiftung steht für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und mehr Teilhabe in Deutschland, Europa und der Welt", betonte der 64-Jährige. Schulz ist Bundestagsabgeordneter, er war bei der Wahl 2017 auch SPD-Kanzlerkandidat.

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SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sprach von einer guten Lösung. "Mit Martin Schulz würde die Stiftung einen Vorsitzenden erhalten, der international hohes Ansehen genießt", sagte er der dpa. Als EU-Parlamentspräsident habe Schulz sich besonders durch sein Eintreten gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus und für die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie hohen Respekt erworben. Er stehe zudem für zentrale sozialdemokratische Werte wie Bildung und Kultur, soziale und ökologische Erneuerung oder den Kampf gegen den Klimawandel.

Die parteinahen Stiftungen leisten einen Beitrag zur politischen Bildung, etwa durch Veröffentlichungen und Stipendien, und werden überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Zu den bundesweiten Stiftungen gehören auch die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung (CSU), die Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne) und die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linke). (dpa)

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