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Politik

Merkel gegen längeres Arbeiten bis Rente

Die Kanzlerin hat der Verlängerung der Lebensarbeitszeit eine Absage erteilt. Das hatte dagegen der Beitrat beim Wirtschaftsministerium gefordert.

Arbeiten bis 68 - dass diese Idee mitten im Bundestagswahlkampf nicht ohne heftigen Widerspruch bleiben wird, dürfte den Beratern des Wirtschaftsministeriums klar gewesen sein.
Arbeiten bis 68 - dass diese Idee mitten im Bundestagswahlkampf nicht ohne heftigen Widerspruch bleiben wird, dürfte den Beratern des Wirtschaftsministeriums klar gewesen sein. © Stephan Scheuer/dpa

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Forderungen nach längerem Arbeiten bis zur regulären Rente eine Absage erteilt. "Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit steht für mich nicht auf der Tagesordnung", sagte Merkel am Mittwoch bei ihrem letzten Auftritt bei der Befragung der Bundesregierung im Bundestag in Berlin.

Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang des Monats einen Mechanismus verlangt, so dass zusätzliche Lebensjahre durch steigende Lebenserwartung aufgeteilt werden zwischen Länger-Arbeiten und Länger-Rente-Beziehen. Nötig sei eine "dynamische Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung".

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Merkel sprach sich zugleich für eine Art Neuauflage der Riester-Rente in anderer Form aus. "Wir brauchen noch ein zusätzliches Produkt, was auch eine private Vorsorge für Geringverdiener möglich macht", sagte sie. Sie bedauere, dass noch kein gutes Vorsorgeprodukt gefunden sei. Dabei sei der Impuls der Riester-Rente richtig gewesen. Dieser staatlich geförderte Aufbau privater Vorsorge gilt als zu teuer und unrentabel. Merkel sagte, Geringverdiener müssten beim Aufbau privater Altersvorsorge anders unterstützt werden als mit steuerlichen Vorteilen.

Gleichzeitig wandte sich Merkel gegen grundlegende Reformen des Rentensystems. Negative Prognosen zur Rente aus der Vergangenheit hätten sich nicht bewahrheitet. In den vergangenen Jahren habe höhere Beschäftigung als vorausgesehen geholfen. Die Umlagefinanzierung bei der gesetzlichen Rente habe sich bereits länger bewährt als gedacht - das Prinzip könne sich auch weiter bewähren.

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Um die Altersvorsorge stabil zu halten, müsse alle Kraft auf gute Erwerbsmöglichkeiten gelenkt werden. Dem diene auch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Die gesetzliche Rentenversicherung alleine werde aber nicht ausreichen - betriebliche und ähnliche Vorsorge müsse dazukommen, sagte Merkel. (dpa)

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