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Ex-AfD-Chef Meuthen ist jetzt in einer anderen Partei

Im Januar trat Jörg Meuthen aus der AfD aus, weil ihm der Kurs der Partei zu radikal geworden war. Nun ist er wieder auf der politischen Bühne zurück.

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Jörg Meuthen, hier 2019 bei einer AfD- Wahlkampfveranstaltung in Görlitz, ist jetzt in der Zentrumspartei.
Jörg Meuthen, hier 2019 bei einer AfD- Wahlkampfveranstaltung in Görlitz, ist jetzt in der Zentrumspartei. © Nikolai Schmidt

Berlin. Der Ende Januar aus der AfD ausgetretene langjährige Parteichef Jörg Meuthen hat sich der Zentrumspartei angeschlossen. "Es ist die Deutsche Zentrumspartei, deren Mitglied ich seit ein paar Tagen bin", sagte Meuthen am Freitag dem ZDF. Demnach will Meuthen zunächst nur einfaches Mitglied sein, kann sich Führungspositionen aber vorstellen.

Eine "AfD 2.0" werde die Zentrumspartei aber nicht werden, sagte Meuthen. Jeder Aufnahmeantrag werde sorgfältig geprüft. Die Abtreibungskritik habe die Partei hinter sich gelassen, er persönlich sehe keinen Änderungsbedarf beim Abtreibungsrecht.

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Die Zentrumspartei entstand im 19. Jahrhundert als Interessenvertretung der katholischen Bevölkerung und spielte bis zur Weimarer Republik eine große Rolle. Heute hat sie nach eigenen Angaben rund 300 Mitglieder. In der Vergangenheit war die Partei mit radikalen Abtreibungskampagnen aufgefallen. Zuletzt war auch der aus der AfD und der AfD-Bundestagsfraktion ausgetretene Abgeordnete Uwe Witt nach eigenen Angaben der Zentrumspartei beigetreten.

Meuthen hatte bereits Ende Januar angedeutet, dass er sich künftig in einer anderen Partei engagieren könnte. "Ich plane definitiv, weiterhin politisch aktiv zu bleiben. Ich fühle mich zu jung und zu agil, um aus der Politik auszuscheiden", sagte er damals dem Magazin "Cicero". Er führe derzeit viele Gespräche mit Menschen, "die die Lücke zwischen einer nach links weggerutschten CDU und einer nach rechts weggerutschten AfD füllen können." Er nehme sich dafür Zeit. "Aber es wird etwas Neues kommen."

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Meuthen hatte die AfD Ende Januar verlassen und das mit einem aus seiner Sicht zu radikalen Kurs vieler AfD-Spitzenfunktionäre begründet. Der 60-Jährige war mehr als sechs Jahre lang Co-Vorsitzender. Heute ist er fraktionsloser Europaabgeordneter. (dpa)

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