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Politik

Zehn Staaten nehmen Kinder aus Moria auf

Insgesamt sollen 400 Minderjährige in zehn EU-Ländern unterkommen. Deutschland wird sich daran beteiligen.

Eine junge Frau sitzt am Rande einer Straße unweit des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria.
Eine junge Frau sitzt am Rande einer Straße unweit des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria. © dpa/Socrates Baltagiannis

Berlin. Nach dem Großbrand im griechischen Migrantenlager Moria wollen sich nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer neben Deutschland bisher neun weitere EU-Staaten an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen beteiligen. 

"Unsere Kontakte mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben bis zur Stunde dazu geführt, dass sich mit uns zehn europäische Mitgliedsländer an den Hilfen - das heißt an der Umsiedlung für die unbegleiteten Minderjährigen - beteiligen", sagte der CSU-Politiker am Freitag in Berlin. Man sei aber noch mit weiteren Ländern im Gespräch.

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Ein Großteil der Menschen - je 100 bis 150 - werde von Deutschland und Frankreich aufgenommen. Eine genaue Zahl könne aber erst genannt werden, wenn die Gespräche mit den anderen EU-Staaten abgeschlossen seien.

Das Lager Moria war in der Nacht zum Mittwoch bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen knapp 3000 Migranten waren dort mehr als 12 000 Menschen untergebracht. Einige der Migranten sollen Feuer gelegt haben, nachdem für die Bewohner des Lagers wegen Corona-Infektionen Quarantäne verordnet worden war. Die "Nicht-Lösung" in den Verhandlungen zu einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik habe zu der jetzigen katastrophalen Situation auf Lesbos geführt, sagte Seehofer.

Seehofer sagte zudem, dass Griechenland am Donnerstag Vorschläge übermittelt habe, wie Deutschland bei der Unterbringung und Versorgung der obdachlos gewordenen Menschen vor Ort helfen könne. Die Bundesregierung wolle sich nun mit den deutschen Hilfsorganisationen zusammensetzen, um möglichst umfassend zu helfen.

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Der für Migration zuständige Vizepräsident der EU-Kommission Margaritis Schinas sagte: "Moria existiert nicht mehr." Mit Hilfe der Europäischen Union solle nun eine neue, modernere Einrichtung errichtet werden, in der Asylverfahren schneller durchgeführt werden könnten. Dies wolle er dem griechischen Regierungschef vorschlagen.

Schinas bekräftigte zudem, dass die EU-Kommission am 30. September neue Vorschläge für die jahrelang blockierte Reform der EU-Migrations- und Asylpolitik vorlegen werde. (dpa)

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