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AfD-Parteitag: Chrupalla auf Listenplatz eins

Sachsens AfD kürt ihre Bundestagskandidaten. Gauland warnt vor einer Spaltung.

Tino Chrupalla, Bundessprecher der AfD, sitzt beim Parteitag der Sachsen-AfD Sachsen in der Messe Dresden
Tino Chrupalla, Bundessprecher der AfD, sitzt beim Parteitag der Sachsen-AfD Sachsen in der Messe Dresden © dpa/Robert Michael

Bundeschef Tino Chrupalla steht an der Spitze der sächsischen AfD-Landesliste für die Bundestagswahl. Ein Parteitag wählte ihn am Samstag in Dresden auf den ersten Platz. Chrupalla erhielt 547 von 706 Stimmen. Er hatte keinen Gegenkandidaten.

Der Görlitzer Bundestagsabgeordnete sprach sich für einen „Konservatismus rechts der Mitte in einer solidarischen Gemeinschaft“ aus. In seiner Bewerbungsrede kritisierte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf: „Diese Regierung hat sich vollkommen von ihren Menschen entfernt.“ Die Landes-AfD will bis zum Sonntag 20 Kandidaten wählen. 2017 konnte sie elf in den Bundestag entsenden, drei verließen aber die Fraktion, darunter Parteigründerin Frauke Petry.

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Zu einem spannenden Duell kam es bei den Bewerbungen um Platz zwei. Es kandidierten der parteilose Redenschreiber von Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland, Michael Klonovsky, und der Dresdner Abgeordnete Jens Maier. Klonovsky steht für einen vergleichsweise moderaten Kurs, warb für Realpolitik und eine Koalition mit einer vom „rot-grünen Gift gereinigten CDU“. Maier, der im offiziell aufgelösten Flügel aktiv war, warnte die Partei davor, „die Straße zu vergessen“. Er nannte dabei Pegida und die Querdenkerbewegung. Wer derzeit nicht als Rechtsextremist diffamiert werde, „der macht irgendwas falsch“. Maier sagte aber auch, dass er sich von Rechtsaußen abgrenze. Er setzte sich schließlich durch. Maier erhielt 419 Stimmen. Klonowsky, der in Chemnitz als Direktkandidat antritt, kam auf 219 Stimmen.

Zum Auftakt hatte der AfD-Ehrenvorsitzende Gauland in der Dresdner Messe sein Unverständnis darüber gezeigt, dass die Partei in Sachsen und anderen Bundesländern vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft wurde: „Das ist ein Hohn auf das Grundgesetz und unseren Rechtsstaat.“ Die Partei sei verfassungstreu. „Wir haben kein Interesse daran Menschheit zu werden, wir wollen Deutsche bleiben“, betonte Gauland mit Blick auf die Migrationspolitik von Kanzlerin Angela Merkel . Wie Landeschef Jörg Urban warnte er vor einer Spaltung der Partei unter dem Druck des Inlandsnachrichtendienstes: „Es gibt nur eine AfD.“

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Urban gab als Ziel für die Bundestagswahl ein Ergebnis von mehr als 30 Prozent in Sachsen aus. 2017 erreichte sie im Freistaat 27 Prozent und war damit stärker als die CDU. Landtagsvize André Wendt erinnerte daran, dass die Partei vor acht Jahren gegründet wurde. Am Samstagvormittag kontrollierten Mitarbeiter des Dresdner Ordnungsamtes die Einhaltung der Maskenpflicht und überprüften auch die AfD-Mitglieder, die ein Attest vorlegen konnten. Diese mussten Warnwesten tragen und sich in die hinteren Reihen setzen. Generalsekretär Jan Zwerg mahnte die Mitglieder zu Disziplin. Der Parteitag koste 120.000 Euro, sagte er.

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