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Politik

AfD-Parteichef will nicht in den Bundestag

Jörg Meuthen will doch nicht für das Parlament kandidieren und damit Alice Weidel die Spitzenkandidatur streitig machen. Seine Pläne sind ganz andere.

Jörg Meuthen, AfD-Bundesvorsitzender, will nicht in Baden-Württemberg für den Bundestag kandidieren.
Jörg Meuthen, AfD-Bundesvorsitzender, will nicht in Baden-Württemberg für den Bundestag kandidieren. © Swen Pförtner/dpa

Berlin. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen will im kommenden Jahr nicht für den Bundestag kandidieren. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus der AfD erfuhr, begründete Meuthen seine Entscheidung gegenüber Parteifreunden damit, er könne für die AfD auch als Abgeordneter im Europäischen Parlament eine wichtige Aufgabe erfüllen. In der Partei war zuletzt darüber spekuliert worden, ob Meuthen womöglich versuchen könnte, Alice Weidel, die derzeit die Bundestagsfraktion gemeinsam mit Alexander Gauland leitet, die Spitzenkandidatur in Baden-Württemberg streitig zu machen. Der Parteivorsitzende ließ sich lange nicht in die Karten schauen und kündigte eine Entscheidung über eine mögliche Kandidatur für den Bundestag für den Herbst an. Weidel war im vergangenen Februar zur neuen Landeschefin der AfD in Baden-Württemberg gewählt worden.

Nicht auszuschließen ist allerdings, dass auch die ständigen Querelen in der Bundestagsfraktion dazu beigetragen haben, dass Meuthen lieber Europarlamentarier bleibt und sich auf den Parteivorsitz konzentriert. Ähnliches ist aus der Gruppe der AfD-Europaabgeordneten nicht bekannt. Ob Weidel und Gauland, der bei der Bundestagswahl im nächsten Herbst 80 Jahre alt ist, sich nach der Wahl noch einmal als Duo um den Fraktionsvorsitz bewerben, ist noch offen. Über eine erneute Kandidatur für den Bundestag habe er noch nicht entschieden, hatte Gauland zuletzt mehrfach erklärt.

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Weidel und Gauland hatten die Vorgehensweise Meuthens in der Causa Kalbitz scharf kritisiert - seither gilt das Verhältnis der beiden zum Parteichef als beschädigt. Meuthen hatte im vergangenen Mai im Parteivorstand über die Annullierung der Mitgliedschaft des früheren Brandenburger AfD-Chefs Andreas Kalbitz abstimmen lassen. Eine Mehrheit entschied sich damals für den Rauswurf. Die Annullierung, die mit rechtsextremen Bezügen in der Vergangenheit von Kalbitz zusammenhängt, wurde inzwischen vom Schiedsgericht der Partei bestätigt. Kalbitz, der eine frühere Mitgliedschaft in der inzwischen verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend bestreitet, will sich juristisch dagegen zur Wehr setzen. (dpa)

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