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AfD zieht mit Weidel und Chrupalla in Wahlkampf

Bei der Wahl des AfD-Spitzenduos setzten sich Fraktionschefin Weidel und Parteichef Chrupalla durch. Für das Lager um Parteichef Meuthen ist es eine Niederlage.

Alice Weidel und Tino Chrupalla werden als Spitzenkandidaten der AfD in den Bundestagswahlkampf gehen.
Alice Weidel und Tino Chrupalla werden als Spitzenkandidaten der AfD in den Bundestagswahlkampf gehen. © dpa/Kay Nietfeld

Von Maria Fiedler

Das Ergebnis war eindeutig: Die AfD zieht mit einem Duo aus Fraktionschefin Alice Weidel und dem Parteivorsitzenden Tino Chrupalla in den Bundestagswahlkampf. Die beiden erreichten bei einer Mitgliederbefragung eine Zustimmung von 71 Prozent, wie ein Parteisprecher am Dienstagmorgen mitteilte. Sie setzten sich damit gegen ihre Mitbewerber Joana Cotar und Joachim Wundrak durch, die auf 27 Prozent kamen.

Die beiden Zweierteams stehen für die verschiedenen Strömungen der Partei. Cotar und Wundrak zählen zum Lager um Parteichef Jörg Meuthen, der eine im Auftreten gemäßigtere AfD will. Das Team aus Chrupalla und Weidel wird dagegen vom radikalen Lager um den Thüringer Björn Höcke unterstützt. Höcke ist die Galionsfigur des offiziell aufgelösten, vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „Flügel“ in der AfD.

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Ein Lager-übergreifendes Duo kam nicht zu Stande

Die rund 32.000 AfD-Mitglieder konnten seit dem 17. März online für ihr bevorzugtes Duo abstimmen. Den Parteiangaben zufolge nahmen 14.815 Mitglieder an der Befragung teil. Dies entsprach einer Beteiligung von 48,14 Prozent.

Eigentlich hatte sich Parteichef Meuthen dafür eingesetzt, dass die AfD von einem Duo in den Bundestagswahlkampf geführt wird, das beide Strömungen der AfD vereint. Er wollte ein Duo aus Cotar und Chrupalla. Doch dazu kam es nicht, Chrupalla ließ sich darauf nicht ein. Die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar trat stattdessen mit dem früheren Generalleutnant Wundrak an.

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So kam es, dass die ohnehin gespaltene Partei sich für eine Seite entscheiden musste. Intern wird zwar betont, dass Weidel und Chrupalla vor allem durch ihre Bekanntheit einen Vorteil hatten und ihre Wahl deshalb von vornherein wahrscheinlicher war. Aber der „Flügel“ dürfte es dennoch als Erfolg für sich werten, dass die AfD von zwei Personen in den Wahlkampf geführt wird, die sich mit dem Rechtsaußen-Lager arrangiert haben.

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