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Fast jeder dritte Mann in Sachsen wählt AfD

Welche Parteien sind bei den jungen Sachsen beliebt? In welcher Altersgruppe gibt es viele Nichtwähler? Das alles zeigt die Statistik zur Bundestagswahl 2021.

Von Angelina Sortino
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Wahlen sind in Deutschland geheim. Dank Wahlstatistiken kann aber untersucht werden, welche Personengruppe wie gewählt hat.
Wahlen sind in Deutschland geheim. Dank Wahlstatistiken kann aber untersucht werden, welche Personengruppe wie gewählt hat. © dpa/Uli Deck

Dresden. Wie die Sachsen insgesamt gewählt haben, das war schon rasch nach der Bundestagswahl am 26. September 2021 klar. Doch die Wahlstatistik, die das Statistische Landesamt nun veröffentlicht hat, gibt einen detaillierteren Einblick in das Wahlverhalten der Sachsen. Die Behörde hat dazu die Stimmabgabe von gut drei Prozent der Wahlberechtigten in knapp drei Prozent der Wahlbezirke auf geschlechts- und altersspezifischen Unterschiede hin untersucht. Die im Anschluss erfolgte Hochrechnung ist repräsentativ für den gesamten Freistaat.

Aus ihr geht beispielsweise hervor, dass sowohl bei der CDU, den Linken als auch bei der SPD die Hauptwählerschaft bei der Erst- sowie der Zweitstimme in der Altersgruppe über 70 Jahren zu finden ist. Die meisten Wähler der Grünen sind hingegen zwischen 25 und 60 Jahre alt und damit im Schnitt am jüngsten. Die Hauptwählerschaft von FDP und AfD stammt wiederum aus der Gruppe der 45- bis 60-Jährigen.

Von den männlichen Wählern hat die AfD die meisten Stimmen bekommen. 30,9 Prozent gaben dort ihre Erststimme der rechtspopulistischen Partei. Den höchsten Stimmanteil bei den Wählerinnen konnte die CDU mit 23,7 Prozent erreichen. Allerdings hat die Partei im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 deutlich an Wählerinnen verloren. Damals machten nämlich 34,8 Prozent der Wählerinnen ihr Kreuz bei der CDU.

Beim Blick auf die prozentualen Anteile der verschiedenen Altersgruppen an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten wird klar: Die meiste Macht über den Ausgang der Wahl haben die älteren Mitbürger. So machen die Wähler, die 70 und älter sind, über ein Viertel der Gesamtwählerschaft aus. Die Erstwähler im Alter von 18 bis 21 kommen gemeinsam hingegen nur auf knapp drei Prozent der Stimmberechtigten.

Das Bedürfnis, die eigene Stimme auch zu nutzen, ist bei den Erstwählern jedoch hoch. Gut 51 Prozent von ihnen stimmten am 26. September in den Wahllokalen ab. Wie viele Erstwähler zusätzlich per Briefwahl abgestimmt haben, ist in der Statistik nicht erfasst. Bei der Bundestagswahl 2021 wählten so viele Menschen wie noch nie per Brief. In Sachsen nahm die Zahl der Wahlscheinanträge um fast 60 Prozent zu. Ein Wahlschein muss beantragt werden, wenn man in einem anderen Wahllokal oder per Brief wählen möchte.

Ungültige Stimmen wurden zum überwiegenden Teil von Bürgern über 70 abgegeben. Diese Altersgruppe machte mit 30 Prozent auch den größten Anteil der Nichtwähler aus. Die Altersgruppe mit der geringsten Wahlbeteiligung vor Ort bildeten jedoch die 21- bis 25-Jährigen. Die geringe Beteiligung könnte jedoch auch auf die große Zahl an Briefwählern zurückzuführen sein. Diese Entwicklung könnte auch für den Rückgang der Wahlbeteiligung per Urnenwahl um neun Prozent verantwortlich sein. Wie viele Sachsen per Brief abgestimmt haben, ist von der Statistik jedoch nicht erfasst.

Grund dafür ist, dass die Daten mithilfe von gesondert gekennzeichneten Stimmzetteln anonymisiert erhoben wurden, die in 132 der 4.524 Wahlbezirke ausgeteilt wurden.