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Der Burgfrieden in der AfD wird nicht von Dauer sein

Vor dem Bundestagswahlkampf demonstriert die AfD in Dresden Geschlossenheit. Doch intern sind die Differenzen riesengroß. Ein Kommentar.

SZ-Redakteur Ulf Mallek.
SZ-Redakteur Ulf Mallek. © Kay Nietfeld/dpa

Bloß keine Selbstzerfleischung mehr wie vor einigen Wochen in Kalkar (NRW). Auf ihrem neuesten Bundesparteitag am Wochenende in Dresden wollte die AfD Geschlossenheit demonstrieren. Das gelang ihr nicht. Aber immerhin: Es kam ein wackeliger Burgfrieden heraus.

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Sowohl das Lager um den bürgerlich-konservativen Parteichef Jörg Meuthen als auch die Gefolgsleute des Rechtsaußen Björn Höcke hielten sich verbal zurück. Meuthen, der noch in Kalka in einer Wutrede den eigenen rechten Flügel attackierte, versuchte sich in Dresden sogar in Streicheleinheiten für die rechte Parteiseele. Sie dankte es ihm. Von einer Abwahl des Parteichefs war nicht mehr die Rede. Erst einmal.

Doch wie stark die Nationalisten in der Partei tatsächlich sind, beweist die überraschende Aufnahme eines Dexit ins Wahlprogramm. Gegen den Willen von Meuthen. Dexit heißt: Deutschland raus aus der EU. Das Beispiel Großbritannien zeigt, dass das ganz sicher keine gute Idee ist. Die Forderung nach mehr militärische Traditionen für die Bundeswehr (angenommen) und leichteren Zugang zu Waffen (knapp abgelehnt) soll ein bestimmtes Wähler-Klientel ansprechen.

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Auch wenn sich die AfD jetzt unter dem Druck des kommenden Bundestagswahlkampfes zu einem Burgfrieden zwingt, die inneren Differenzen sind riesengroß. Und ganz offensichtlich gewinnt das Lager der Nationalisten immer mehr die Oberhand. Der Burgfrieden wird nicht von Dauer sein.

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