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Lagerwahlkampf in der AfD

Die Partei kann sich nicht auf ein Duo festlegen, das alle Strömungen repräsentiert. Ein Kommentar.

Zwei sehr unterschiedliche Teams wollen die AfD als Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf führen.
Zwei sehr unterschiedliche Teams wollen die AfD als Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf führen. © dpa

Mehrfach hat die AfD in für sie schwierigen Lagen von überraschenden äußeren Einflüssen profitiert. Das war 2015 so, als die junge Partei in Umfragen keine relevante Rolle mehr spielte. Die Kritik an der Asylpolitik des Bundes im Zuge der starken Flüchtlingsbewegung verschaffte ihr dann Wahlerfolge. Mittlerweile hat sich die AfD im politischen System Deutschlands verankert. Auch wenn sie nach wie vor zerstritten ist.

Der oft aggressiv ausgetragene Konflikt, ob die Partei bürgerlich-koalitionsfähig oder fundamental-oppositionell agieren soll, tritt jedoch in den Hintergrund – wieder durch einen äußeren Einfluss. Die AfD profitiert vom Unmut derjenigen, die die Corona-Einschränkungen als zu stark empfinden. Vergessen scheint, dass die Partei etwa in Sachsen am Anfang der Pandemie den Katastrophenfall ausrufen wollte.

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Der AfD ist es gelungen, sich neben der FDP als Sprachrohr derer zu profilieren, die die Beschränkungen skeptisch sehen. Ungeachtet aller interner Turbulenzen hat sich die Partei im Bund bei Werten um die zehn Prozent der Stimmen eingepegelt.

Inmitten dieser Situation sucht die AfD, der die Beobachtung durch den Verfassungsschutz droht, ihr Spitzenkandidaten-Duo. Bundeschef Tino Chrupalla gilt als gesetzt. Auch Fraktionschefin Alice Weidel, die nach einigem Taktieren kandidiert, hat an seiner Seite Chancen an der Basis– trotz Spendenaffäre. Spannend ist, ob das vergleichsweise gemäßigte Lager um Koparteichef Jörg Meuthen die beiden akzeptiert. Andererseits: Deren Bewerberduo aus Joana Cotar und Joachim Wundrak ist öffentlich kaum bekannt und hat sich bislang wenig profiliert. Die Duos sind nicht lagerübergreifend. Die AfD betreibt sozusagen Lagerwahlkampf, intern.

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