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AfD-Politiker empfehlen Meuthen Rückzug

Sächsische Bundestagsabgeordnete der AfD bemängeln ein Interview ihres Parteivorsitzenden. Dieser hatte dort Kandidaten aus Sachsen kritisiert.

Sächsische Bundestagsabgeordnete werfen AfD-Chef Jörg Meuthen vor, die Partei nicht "würdig" zu vertreten.
Sächsische Bundestagsabgeordnete werfen AfD-Chef Jörg Meuthen vor, die Partei nicht "würdig" zu vertreten. © dpa

Dresden. Der Richtungsstreit in der AfD wird immer heftiger. Nach einem Interview des Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen im ZDF fordern sächsische Bundestagsabgeordnete der Partei dessen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Sie "empfehlen" dem Bundeschef und Europaabgeordneten, "sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und seine ganze Kraft dem Mandat in Brüssel zu widmen".

In der Mitteilung äußern sich die Abgeordneten Siegbert Droese, Jens Maier, Karsten Hilse, Ulrich Oehme, Christoph Neumann und Detlev Spangenberg. Sie werfen Meuthen ein Auftreten im Sommerinterview vor, dessen "Wirkung unabsehbar" sei. Der Vorsitzende habe "weder Inhalte transportiert" noch versucht, "die eigene Partei würdig zu vertreten".

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Meuthen hatte in dem Gespräch zwar eine Radikalisierung der AfD verneint, dennoch aber einzelne Mitglieder kritisiert. Darunter den Dresdner Parlamentarier Jens Maier, der unlängst gesagt hatte, wer derzeit nicht als Rechtsextremist diffamiert werde, mache etwas verkehrt.

Meuthen hatte dem ZDF dazu gesagt: "Ich finde, dass Herr Maier mit solchen Sprüchen etwas verkehrt macht." Er sagte auch, dass er den sächsischen Bundestagskandidaten Andreas Harlaß nicht gewählt hätte.

Chrupalla nicht unter den Verfassern der Mitteilung

Hintergrund ist ein seit langem schwelender Streit zwischen verhältnismäßig moderaten Kräften in der AfD um Meuthen und jenen, die die Partei auf eine radikale Fundamentalopposition einschwören wollen.

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In einigen Bundesländern ist die AfD als Prüffall von Verfassungsschützern ins Visier genommen worden. Auf der Mitteilung der sächsischen Bundestagsabgeordneten fehlt der Name Tino Chrupalla. Der Görlitzer Bundestagsabgeordnete ist neben Meuthen ebenfalls Vorsitzender der AfD und gilt als dessen Gegner. Er will aber offenbar eine weitere Eskalation des Konflikts im Wahlkampf vermeiden.

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