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CDU in SOE: Jetzt ist Opposition das Richtige

Die Christdemokraten im Landkreis sehen die Bundestagswahl als verloren an und sprechen von einem klaren Wählerauftrag. Und es gibt einen Schlagabtausch.

Der Vorsitzende der CDU im Landkreis SOE, Roland Wöller. "Ein Übergehen zur Tagesordnung kann und darf es nicht geben."
Der Vorsitzende der CDU im Landkreis SOE, Roland Wöller. "Ein Übergehen zur Tagesordnung kann und darf es nicht geben." © dpa

Die CDU im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge will, dass die Union nach der verlorenen Bundestagswahl im Parlament in Berlin die stärkste Oppositions-Fraktion stellt. Anders als Kanzlerkandidat Armin Laschet, der aus dem zweiten Platz hinter der SPD einen Regierungsauftrag ableitet, fordern die Christdemokraten im Landkreis wie auch auf Landesebene Respekt vor der Entscheidung der Wähler ein. Der Kreisvorsitzende Roland Wöller sagte: "Ein Übergehen zur Tagesordnung kann und darf es nicht geben. Die Union braucht jetzt die Zeit, um in der Opposition neue politische Alternativen zu entwickeln und sich inhaltlich und personell neu aufzustellen."

Er kritisierte zudem die Art und Weise, wie der Kanzlerkandidat der Union ohne Rücksicht auf die Wähler insbesondere in Ostdeutschland bestimmt worden sei. Im Osten sprach sich die CDU für Friedrich Merz aus, hätte sich aber auch mit Markus Söder ein besseres Ergebnis erhofft als mit Armin Laschet. Wöller fordert für die Zukunft eine stärkere Diskussion und Beteiligung der Mitglieder auch an solchen wichtigen Fragen.

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CDU-Direktkandidatin Corinna Franke-Wöller: "Ich wünsche allen Politikern für die Region und für Sachsen ein gutes und kluges Händchen."
CDU-Direktkandidatin Corinna Franke-Wöller: "Ich wünsche allen Politikern für die Region und für Sachsen ein gutes und kluges Händchen." © Daniel Förster

Unterdessen hat die nicht gewählte CDU-Bundestagskandidatin Corinna Franke-Wöller angekündigt, sich wieder außerhalb der Politik zu engagieren. Auf Facebook schrieb sie: "Ich wünsche allen Politikern für die Region und für Sachsen ein gutes und kluges Händchen."

Brähmig attackiert Franke-Wöller

Franke-Wöller bekam 19,2 Prozent der Stimmen und unterlag damit Steffen Janich von der AfD, der mit 33 Prozent direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für die Region wird. Franke-Wöller wurde von dem ebenfalls gescheiterten Direktkandidaten Klaus Brähmig (ehemals CDU) scharf attackiert. Dieser schrieb auf Facebook: "Bemerkenswert ist auch, dass sich die angeblichen ,Macher und Schutzpatrone' für unsere Heimat 12 Stunden nach der Wahl aus dem Staub in Richtung Berlin gemacht haben. (...) Für mich ist dieses Verhalten nur schäbig."

Parteiloser Bundestagskandidat Klaus Brähmig. "Bemerkenswert ist auch, dass sich die angeblichen ,Macher und Schutzpatrone' für unsere Heimat 12 Stunden nach der Wahl aus dem Staub in Richtung Berlin gemacht haben."
Parteiloser Bundestagskandidat Klaus Brähmig. "Bemerkenswert ist auch, dass sich die angeblichen ,Macher und Schutzpatrone' für unsere Heimat 12 Stunden nach der Wahl aus dem Staub in Richtung Berlin gemacht haben." © Daniel Förster

Brähmig landete unter den elf Direktkandidaten mit 4,8 Prozent der Wählerstimmen auf Platz 7 vor den Kandidaten von Basis, ÖDP und der Einzelkandidatin Helga Queck.

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Franke-Wöller arbeitet als Geschäftsführerin der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung in Berlin, eine Einrichtung, die maßgeblich vom Bundesentwicklungshilfeministerium getragen wird. Sie wies Brähmigs Vorwürfe ebenfalls auf Facebook zurück: "Im Gegensatz zu Ihnen habe ich nicht auf Kosten der CDU 6.000 Euro Pension durch meine Mitgliedschaft im Bundestag angesammelt, sondern muss wie auch andere Kandidaten arbeiten, damit Ihre Pension auch bezahlt wird." Die Vorhaltungen seien "dreist und Ihrer unwürdig", so Franke-Wöller zu Brähmig. (SZ)

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