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CDU-Vorsitz: Wie Sachsens Union abstimmen will

Friedrich Merz, Armin Laschet oder Norbert Röttgen - am Sonnabend wird der neue CDU-Chef gewählt. Sachsens Delegierte haben einen klaren Favoriten.

Armin Laschet (M), Friedrich Merz (r) und Norbert Röttgen (l) bewerben sich um den Vorsitz der CDU.
Armin Laschet (M), Friedrich Merz (r) und Norbert Röttgen (l) bewerben sich um den Vorsitz der CDU. © Michael Kappeler/dpa

Der frühere Ministerpräsident wünscht sich den Ministerpräsidenten. Kurt Biedenkopfs Favorit als neuer CDU-Chef ist Armin Laschet. Der 59-Jährige agiert dort als Ministerpräsident, wo Biedenkopf vor mehr als drei Jahrzehnten CDU-Landeschef und Oppositionsführer war: in Nordrhein-Westfalen. Laschet regiere erfolgreich im Westen, kenne aber auch die Herausforderungen im Osten, sagte der ehemalige sächsische Ministerpräsident unlängst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Beim Kohleausstieg hätten die neuen Länder einen starken Verbündeten in Laschet gehabt.

Biedenkopfs Einschätzung hat in CDU-Kreisen nach wie vor Gewicht. Doch der langjährige Regierungschef zählt nicht zu den sächsischen Delegierten, die den Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstag digital wählen. Zu den Parteipromis unter den Christdemokraten aus dem Freistaat gehören der Landesvorsitzende und Ministerpräsident Michael Kretschmer, Tourismusministerin Barbara Klepsch, Generalsekretär Alexander Dierks, Fraktionschef Christian Hartmann und der ehemalige Bundesminister Thomas de Maizière.

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Freilich: Sachsen stellt nur 30 von 1.001 Delegierten. Doch das Stimmungsbild an der Basis ist eindeutig und pro Merz. Der Wirtschaftsliberale erhält viel Zuspruch von sächsischen CDU-Mitgliedern. Das bleibt natürlich den Delegierten nicht verborgen. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass sich drei gut geeignete Kandidaten zur Wahl um das Amt des Bundesvorsitzenden der CDU stellen“, sagte Generalsekretär Dierks der Sächsischen Zeitung. „In der sächsischen Union genießt Friedrich Merz große Zustimmung“, fügte er hinzu. Allerdings wagt auch Dierks, der Landtagsabgeordneter ist, keine Prognose: „Das Rennen ist völlig offen.“

Im Osten ist die Stimmung uneinheitlich

Geringe Chancen dürfte unter den sächsischen Delegierten Norbert Röttgen haben. Dessen kurz vor der Wahl formulierte Ablehnung der FDP als Koalitionspartner im Bund verursacht Unmut bei Regierungschef Kretschmer. Für ihn sei der Partner, den man als bürgerliche Partei anstrebt „immer die FDP“, sagte der Ministerpräsident. „Danach kommt eine ganz Weile nichts.“ Grüne und SPD, mit denen Kretschmer in Sachsen regiert, dürften den Seitenhieb mit Stirnrunzeln quittieren.

Der Ministerpräsident sagte weiter, der neue Parteivorsitzende müsse deutlich machen, „wofür er steht und wie der Weg aussieht, auch den großen Schuldenberg, der in dieser Coronakrise notwendig ist, abzutragen“. Deutschland brauche dafür eine bürgerliche Koalition, die für Freiheit und Dynamik stehe.

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Allerdings: Auch im Osten ist die Stimmung uneinheitlich. Die Landtagsfraktionschefs von Brandenburg und Thüringen favorisieren Laschet. Der Vorsitzende der CDU im Landtag in Potsdam, Jan Redman, sagte, er gebe Laschet seine Stimme, "weil der Osten einen CDU-Chef braucht, der Strukturwandel kennt und kann". Nordrhein-Westfalen ist vom Braun- wie vom Steinkohleaus betroffen. (mit dpa)

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