merken
Politik

Röttgen kündigt Kandidatur für CDU-Vorsitz an

Die Bewerbungsfrist läuft noch. Jetzt hat sich der erste von vermutlich drei Bewerbern für den CDU-Vorsitz aus der Deckung gewagt. Es ist ein Altbekannter.

Norbert Röttgen (CDU) will Parteichef werden.
Norbert Röttgen (CDU) will Parteichef werden. © Peter Kneffel/dpa

Berlin.Der Außenpolitiker Norbert Röttgen will neuer CDU-Vorsitzender werden. Der 56-jährige Bundestagsabgeordnete kündigte am Freitag seine Kandidatur für die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet an. Er kandidiere, "aus der tiefen Überzeugung, dass es kein "Weiter so" gibt, erst recht kein "Zurück"", sagte er in der Bundespressekonferenz in Berlin. Es gehe um "eine inhaltlich definierte Erneuerung" der CDU. "Die christlich demokratische Idee für unsere Zeit muss erarbeitet werden, mit den Mitgliedern, und sie muss in den Wettbewerb mit den anderen Parteien gehen."

Röttgen präsentierte für den Fall seiner Wahl die Hamburger Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann als künftige CDU-Generalsekretärin.

Anzeige
Ein Gruß zu Weihnachten
Ein Gruß zu Weihnachten

Überraschen Sie Ihre Lieben zum Fest mit einer individuellen Grußanzeige in Ihrer Sächsischen Zeitung, der Morgenpost und dem Döbelner Anzeiger.

Erwartet wird, dass im Laufe des Tages auch der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun nominiert wird. Bei einer virtuellen Landesvorstandssitzung der hessischen CDU will der 49-Jährige die Gründe für seine Bewerbung vorstellen, wie ein Sprecher der hessischen CDU angekündigt hat. Die Nominierung durch den Kreisverband Gießen solle ebenfalls noch an diesem Freitag erfolgen.

Merz hat sich noch nicht konkret geäußert

Erwartet wird ferner, dass auch der frühere Unionsfraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz, eine Kandidatur anmelden wird. Er hat sich dazu bislang aber noch nicht genau geäußert. Röttgen und Merz hatten bereits im vergangenen Januar für den CDU-Vorsitz kandidiert, waren damals aber Laschet unterlegen. Röttgen sagte jetzt, er kandidiere in der Einschätzung, diesmal gewählt werden zu können.

Laschet wurde anschließend auch Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl. Bei ihr fuhren CDU und CSU im September dann ein historisch schlechtes Ergebnis von 24,1 Prozent ein. Laschet gibt daher den Parteivorsitz nach noch nicht einmal einem Jahr wieder ab. Der frühere NRW-Ministerpräsident ist jetzt nur noch einfacher Abgeordneter im Bundestag.

Weiterführende Artikel

Auch Merz will CDU-Vorsitzender werden

Auch Merz will CDU-Vorsitzender werden

Da sind es drei: Für den CDU-Vorsitz haben sich drei altgediente Bundespolitiker aufstellen lassen. Das endgültige Wort haben 1.001 Delegierte.

Merz will sich für CDU-Vorsitz nominieren lassen

Merz will sich für CDU-Vorsitz nominieren lassen

Nach Helge Braun und Norbert Röttgen wirft auch Friedrich Merz seine Hut in den Ring: Er will zum dritten Mal für den CDU-Parteivorsitz kandidieren.

CDU wählt im Januar in Hannover neuen Vorsitz

CDU wählt im Januar in Hannover neuen Vorsitz

Bei der Wahl einer neuen Parteiführung drücken Viele in der CDU aufs Tempo. Im Januar soll in Hannover der neue Vorsitz gewählt werden

CDU plant erstmals Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz

CDU plant erstmals Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz

Andere Parteien wie die SPD haben es längst vorgemacht: Dort entschied ein Mitgliedervotum über den Vorsitz. Nun schlägt auch die CDU diesen Weg ein.

Gewählt werden soll der neue Vorsitzende der momentan rund 400.000 Mitglieder zählenden CDU bei einem Bundesparteitag am 21. Januar in Hannover. Davor will die CDU erstmals in ihrer Geschichte eine Mitgliederbefragung durchführen. Dort wird faktisch die Entscheidung fallen, wer künftig an der Spitze der Partei stehen wird. Unterlegene Bewerber sollen beim Parteitag nicht antreten. (dpa)

Mehr zum Thema Politik