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"Die Linke wird die soziale Karte spielen"

Der Landesverband will weiter sechs Sachsen in Berlin sehen. Katja Kipping soll an der Spitze stehen. Der Landeschef wirbt für eine Vermögenssteuer.

Die langjährige Bundeschefin Katja Kipping will für Sachsens Linke wieder in den Bundestag.
Die langjährige Bundeschefin Katja Kipping will für Sachsens Linke wieder in den Bundestag. © Sebastian Schultz

Die Zahlen sehen nicht so gut aus für die Linke: in Sachsen gerade noch zweistellig, im Bund sogar mittlerweile bei mageren sieben Prozent. Dazu die Debatten um verunglückte Talkshowauftritte der neuen Bundeschefin Susanne Hennig-Wellsow, die unlängst das linke Umverteilungskonzept nur lückenhaft erklären konnte. Und die populäre Sahra Wagenknecht hat ein Buch geschrieben, in der sie Selbstgerechtigkeit in Teilen der Partei geißelt und weltfremde Lifestylelinke anprangert.

Inmitten dieser Stimmung bestimmt Sachsens Linke ihre Listenkandidaten für die Bundestagswahl. Unter strengen Hygienevorschriften kommen 160 Delegierte am Samstag in der Dresdner Messe zusammen. Sechs Sächsinnen und Sachsen gehören derzeit der Bundestagsfraktion an, es könnten – falls die Umfragen sich nicht ändern – ab Herbst weniger sein.

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Im Seidnitz Center Dresden sind zum Jahresende 2021 Veränderungen geplant. Es soll ein neuer Foodcourt entstehen. Kunden dürfen noch mitbestimmen.

Der Landesvorstand hofft natürlich, die Zahl zumindest stabil zu halten. „Es werden auf jeden Fall tolle Leute sein“, sagt Landeschef Stefan Hartmann mit Blick auf die Bewerber. Womöglich ändert sich personell wenig. Sächsische Spitzenkandidatin will die langjährige Bundeschefin Katja Kipping werden, die offenbar auch mit dem Posten der künftigen Fraktionschefin liebäugelt. Wie der Bewerber um Platz zwei, der Leipziger Sören Pellmann, gehört Kipping bereits dem Bundestag an. Pellmann schaffte jedoch im Leipziger Süden als einziger Linker in Sachsen 2017 den Wahlkreissieg.

Für den dritten Platz kandidiert die langjährige Abgeordnete Caren Lay, die sich mit ihrer Kritik an hohen Mieten in Städten profilierte. Landtags- und Bundestagserfahrung hat auch André Hahn aus der Sächsischen Schweiz, der Platz vier anstrebt. Zu den weiteren Bewerbern zählen die Sozialexpertin Sabine Zimmermann sowie Hartmann selbst, der sechster werden will. Kampfkandidaturen sind aber allemal drin, 20 Genossen wollen unter die ersten zehn. Hartmanns Kochefin Susanne Schaper spricht von einer „dynamischen Bewerberlage“.

Im Wahlkampf will sich die Partei als Gegenpol zu „konservativen Kräften“, wie die Vorsitzende sagt, behaupten. Hartmann ergänzt: „Die Linke wird sehr stark die soziale Karte spielen.“ Die beinhaltet Pläne für Vermögens-Abgabe und -Steuer. Hartmann erklärt das bei einem Pressetermin vorab ausführlich und lässt dabei beiläufig auch den Namen Markus Lanz fallen, jenes Moderators also, der Hennig-Wellsow unlängst in die Mangel nahm.

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