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Warum die Linken über Sex reden

Auf ihren Parteitag in Plauen haben die Linken viel zu besprechen - auch ihr Sexismusproblem. Eine Kolumne von Gunnar Saft.

Sollte der "Nischl" gekürzt werden? Dagegen sollten die Linken sich wehren!
Sollte der "Nischl" gekürzt werden? Dagegen sollten die Linken sich wehren! © ZB

WAS macht eine Partei, der die Themen fehlen? Richtig: Sie redet öffentlich über Sex. Oder im aktuellen Fall der sächsischen Linken über „Sexismus in den eigenen Reihen“. Am Wochenende soll dieser Tagesordnungspunkt auf einem Landesparteitag diskutiert werden, damit sich künftig weniger Genossen gegenseitig an die Wäsche gehen. 

Ich drücke jedenfalls alle Daumen, dass auch die Linken bald wieder zu den üblichen politischen Gepflogenheiten zurückfinden und ihre Parteifreunde höchstens an der Gurgel packen.

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Tag der deutschen, einheitlichen Republik?

DAS ungelöste Sexismus-Problem verhindert, dass sich die Genossen anderen und genauso wichtigen Themen zuwenden: Zum Beispiel dem Feiertag zur Deutschen Einheit. Der fiel diesmal auf einen Sonnabend, und 2021 ist sogar ein Sonntag dran. Also wieder nichts mit arbeitsfreiem Extraurlaub. 

Hier sollten die Linken helfen und ein Gesetz im Landtag durchbringen, dass in solchen Fällen automatisch der 7. Oktober – und damit der alte ostdeutsche Republikgeburtstag – zum Feiertag erklärt wird. Wetten, das fände jeder Wähler gut? Außerdem wäre die Sache mit den parteinternen Übergriffen dann umso schneller vergessen.

Dem Nischl an den Kragen gehen

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DAZU muss die Partei noch zügig ihren Kopf retten. Also genauer gesagt den Riesen-Nischel von Karl Marx in Chemnitz. Tatsächlich sollen AfD-Landtagsabgeordnete kürzlich im Petitionsausschuss dafür gestimmt haben, das berühmte Monument oberhalb des bronzenen Halses drastisch zu kürzen. 

Da hilft nur, wenn sich alle Linken ohne Hintergedanken schleunigst unterhaken und einen anti-alternativen Schutzwall bilden. Denn fehlt erst der Kopf, bekommt man danach schnell auch die Hosen heruntergezogen.

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