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Ost-Linkenchefs reden über Kipping-Nachfolge

Katja Kipping kandidiert nicht mehr für den Bundesvorsitz. Gleich mehrere Bewerber haben Interesse an dem Posten. Doch wer wird unterstützt?

Katja Kipping gibt den Posten im Bundesvorstand der Linkspartei ab.
Katja Kipping gibt den Posten im Bundesvorstand der Linkspartei ab. © Matthias Schumann

Die ostdeutschen Vorsitzenden der Landesverbände der Linken haben über die Situation an der Parteispitze beraten. Auf einen gemeinsam unterstützten Bewerber für den Bundesvorstand verständigten sie sich bei dem Treffen am Donnerstagabend nicht. Sachsens Linkenchef Stefan Hartmann sagte sächsische.de, die ostdeutschen Interessenten sollten zeitnah angehört werden. "Wir wollen die Leute an einen Tisch bekommen", fügte der Politiker hinzu, der die Gespräche als "konsensual" bezeichnete.

Vor einer Woche hatten die seit 2012 amtierenden Bundesvorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger angekündigt, beim Erfurter Parteitag Ende Oktober nicht mehr anzutreten. Sie verwiesen auf die Statuten der Linken, die - bei Ausnahmen - eine zeitliche Begrenzung von acht Jahren für die Vorstandsposten vorsehen.

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Als Anwärterin für die Kipping-Nachfolge gilt die thüringische Fraktions- und Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow.  Sie kündigte am Freitgabend ihre Kandidatur an. Wenige Stunden zuvor hatte die hessische Fraktionschefin Janine Wissler erklärt, sich für den Spitzenposten zu bewerben.  Damit könnte es zu einer weiblichen Doppelsitze kommen. Doch auch der sachsen-anhaltinische Bundestagsabgeordnete Jan Korte hegt  Ambitionen, hat sich aber noch nicht öffentlich dazu geäußert. Er ist Geschäftsführer der Fraktion in Berlin.

Ganz offensichtlich wollen sich die Ostchefs auf einen Bewerber festlegen, den sie alle unterstützen und so Streit vermeiden. Ein Votum gegen Hennig-Wellsow wird mit ihrer bereits verkündeten Kandidatur weniger wahrscheinlich. Unklar ist derzeit aber , wer bei den Delegierten am meisten punkten kann. Hennig-Wellsow erreichte überregionale Bekanntheit, als sie dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich nach seiner Wahl zum Regierungschef in Erfurt Blumen vor die Füße warf. Sie gilt als geschickte Parteimanagerin. Die 42-Jährige koordiniert für die Linke ein Bündnis mit SPD und Grünen in Thüringen.

Auch Korte gilt als versierter Politiker. Er genießt Sympathien im sächsischen Landesverband. 2019 hielt er beim Chemnitzer Landesparteitag eine Rede, die bei vielen Delegierten gut ankam. 

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