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Torsten Herbst führt Sachsens FDP in die Bundestagswahl

Mit breiter Mehrheit ist Torsten Herbst jetzt Sachsens FDP-Spitzenkandidat. Die Partei hofft auf mehr Mandate in Berlin - auch dank guter Umfragen.

Der Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst steht auf dem ersten Platz der Landesliste für die Wahl im September.
Der Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst steht auf dem ersten Platz der Landesliste für die Wahl im September. © Carmen Schumann

Der Parlamentarier Torsten Herbst ist Spitzenkandidat der sächsischen FDP für die Bundestagswahl im September. Die Liberalen wählten den 47-Jährigen auf einer Vertreterversammlung am Samstag in Döbeln mit breiter Mehrheit. Der Abgeordnete erhielt 226 von 244 Stimmen, acht Delegierte stimmten mit Nein, zehn enthielten sich. Herbst gehört seit 2017 dem Bundestag an, auch damals war er Spitzenkandidat. Der diplomierte Kaufmann aus Dresden vertrat die FDP bis 2014 in Sachsens Landtag.

In seiner Rede forderte Herbst ein Umdenken in der Corona-Politik: "Freiheitsrechte sind keine Schönwetterveranstaltung." Zudem plädierte er für den Ausbau der Digitalisierung: "Das Land ist in Teilen ermattet. Es ist überbürokratisiert und unterdigitalisiert." Im Zuge der Pandemie habe der Staat "Maß und Mitte" verloren

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Umfragen verheißen mehr Mandate

Herbst sagte, er höre in Berlin viel zu oft „Enteignungs- und Umverteilungsphantasien“. Dagegen benötige es eine starke liberale Stimme. Das FDP-Bundesvorstandsmitglied forderte eine Politik, die „Aufstiegschancen für alle“ ermögliche. Herbst warf auch einen Blick auf die Landtagswahl 2024. Gelinge es der FDP jetzt, mehr Abgeordnete nach Berlin zu entsenden, stärke das die Chancen für die Parlamentswahl in drei Jahren.

Herbst hatte keine Gegenkandidaten. Ebenfalls ohne Konkurrenten wurde FDP-Landeschef Frank Müller-Rosentritt auf den zweiten Listenplatz gewählt. Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete erhielt allerdings ein weniger souveränes Ergebnis als Herbst. Von 248 Delegierten stimmten 165 für ihn, 73 gegen ihn, zehn enthielten sich. „Freiheit ist alles außer selbstverständlich", sagte Müller-Rosentritt in seiner Rede. Es werde höchste Zeit, dass die FDP wieder am Kabinettstisch sitze.

Auf den dritten Platz wählten die Delegierten den vom Parteinachwuchs unterstützten Juristen Philipp Hartewig. Mehrere Bewerber traten an. Hartewig setzte sich schließlich knapp in einer Stichwahl durch. Die Geschäftsführerin der parteinahen Külz-Stiftung, Ulrike Harzer, wurde Vierte. Chancen auf den Bundestagseinzug kann sich auch der Zwickauer FDP-Kreischef Nico Tippelt ausrechnen. Die Delegierten wählten den Ex-Landtagsabgeordneten auf den fünften Listenplatz.

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Die Landes-FDP ist derzeit mit drei Abgeordneten in Berlin vertreten. Umfragen verheißen allerdings die Aussicht auf vier bis fünf Mandate. Die Partei ist seit 2014 nicht mehr im Sächsischen Landtag vertreten. Zuvor regierte sie in einer Koalition mit der CDU unter Regierungschef Stanislaw Tillich.

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