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Politik

Merz zweifelt, ob Baerbock "Kanzlerin kann"

Friedrich Merz sieht die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock als "ernsthafte Gegnerin" für die Union, zweifelt aber an ihrer Kompetenz.

Friedrich Merz sieht Annalena Baerbock als "ernsthafte Gegnerin" für die Union.
Friedrich Merz sieht Annalena Baerbock als "ernsthafte Gegnerin" für die Union. © Michael Kappeler/dpa-POOL/dpa

Berlin. Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat die Kanzlerfähigkeit der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock in Frage gestellt. "Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass Baerbock Kanzlerin kann", sagte Merz im Podcast "Die Wochentester" des "Kölner Stadt-Anzeigers" und des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Die Grünen seien "ganz überwiegend eine Ein-Themen-Partei". Auch fehle Baerbock bis auf die Tatsache, dass sie Völkerrecht studiert habe, jede internationale Erfahrung. "Dass dies dem Zeitgeist entspricht, mag sein. Ich möchte dem Zeitgeist nicht folgen, ich möchte den Zeitgeist mitbestimmen", fügte Merz hinzu.

Der Bundesvorstand der Grünen hatte Baerbock am Montag als Kanzlerkandidatin nominiert. Sie muss noch auf einem Parteitag bestätigt werden. Die Grünen hatten sich angesichts der hohen Umfragewerte von mehr als 20 Prozent erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden.

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Merz: Habeck hat zu viele Wissenslücken

Im "Spiegel" sagte Merz, die Nominierung Baerbocks habe ihn nicht überrascht. Ihr Ko-Parteichef Robert Habeck wäre aus seiner Sicht zu riskant gewesen. "Der Mann hat einfach zu viele Wissenslücken." Baerbock sei eine "sehr ernsthafte Gegnerin", räumte Merz ein. Er betonte aber auch: "Die mangelnde Berufs- und Regierungserfahrung spricht einfach gegen sie. Außerdem sind die Grünen immer noch zu sehr auf das Thema Ökologie verengt und zu wenig trittfest in anderen Themen."

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Merz, der in der Kanzlerkandidatenfrage der Union CDU-Chef Armin Laschet unterstützt hatte, warnte CDU/CSU davor, von einer populistischen Bewegung zu träumen. "Es ist ein Wert an sich, dass CDU und CSU zwei selbstständige Parteien in einer Union sind und keine diffuse Bewegung, die auf einen Anführer setzt, dem alle hinterherlaufen", sagt Merz dem "Spiegel". Man sehe in einigen Nachbarländern, wie riskant es sei, wenn aus Parteien Bewegungen würden. "Schauen Sie nach Österreich oder Frankreich. Das mag für eine gewisse Zeit funktionieren. Aber wenn es schiefgeht, wenn der Anführer scheitert oder abtritt und ein breiteres Angebot in der politischen Mitte plötzlich fehlt, dann wird es für das ganze Land brandgefährlich", mahnte Merz. (dpa)

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