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Was die SPD von AC/DC lernen kann

Highway to Hell oder Back in Red? Mit diesen Tipps könnte selbst die SPD die nächste Wahl noch rocken.

Von Marcus Thielking
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Was sind die größten Hits der SPD? Da muss sogar Kanzler Olaf Scholz nachdenken.
Was sind die größten Hits der SPD? Da muss sogar Kanzler Olaf Scholz nachdenken. © dpa

Wenn an diesem Sonntag die Altrocker von AC/DC in Dresden loslegen, dann werden 70.000 Fans in der Flutrinne erwartet. Beim zweiten Konzert am Mittwoch kommen fast noch mal so viele. Zusammengerechnet entspricht das ungefähr der Zahl der Menschen, die bei der Europawahl in Sachsen SPD gewählt haben.

Während die SPD längst auf dem Highway to Hell ist, bleiben Fans von AC/DC ihrer Band seit über 50 Jahren treu. Dabei macht die heute im Grunde immer noch genau dieselbe Musik wie damals: soliden Blues-Hardrock ohne „Gedöns“, wie Gerhard Schröder sagen würde. Vielleicht sollte sich die SPD an dieser Erfolgsgeschichte ein Beispiel nehmen?

AC/DC steht für solides Zeug, kein Schnickschnack, keine Moden und Mätzchen, man weiß, was man kriegt. Brian Johnson ist seit 1980 Frontsänger – in dieser Zeit hat die SPD 22 Parteivorsitzende verschlissen, darunter Namen wie Rudolf Scharping, Kurt Beck, Thorsten Schäfer-Gümbel und Norbert Walter-Borjans. Ein bisschen mehr Beständigkeit im Laufe der Zeit hätte der Partei gutgetan.

Überspannungsschutz als Parteiprogramm

Der Erfolg von AC/DC beruht auf Hits für die Ewigkeit: „Highway to Hell“, „Back in Black“, „You Shook Me All Night Long“. Aber was sind die größten Hits der SPD? Ostpolitik, Mindestlohn, Hartz IV – vor allem letzterer ein ziemlicher Rohrkrepierer. Nein, niemand will, dass Olaf Scholz in Schuluniform auftritt, aber auch hier könnte die SPD sich was abschauen. Ich wüsste schon den Titel für das nächste Wahlprogramm: „Back in Red.“

Man könnte auch überlegen, das Parteikürzel zu reformieren. SP/D zum Beispiel sieht cool aus und ist unverwechselbar. Übrigens stammen beide Abkürzungen aus der Elektrotechnik. AC und DC sind die Kürzel für Wechselstrom und Gleichstrom. SPD steht für surge protection device, das ist in der Elektrik eine gängige Bezeichnung für Überspannungsschutz-Einrichtungen, etwa gegen Blitzeinschläge. Welch geniale Idee in diesen gesellschaftlich aufgeladenen Zeiten! Überspannungsschutz als Parteiprogramm. Damit kann man in Deutschland jede Wahl rocken.

Dieser Text ist ein Auszug aus unserem Feuilleton-Newsletter "SZ Foyer – Kultur und Debatte in Sachsen". Hier kostenlos abonnieren.