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Sachsen

Politik in Sachsen - die Morgenlage

Sachsen gibt Astrazeneca frei +++ Dynamo will Modellprojekt werden +++ Sachsens LKA-Chef muss gehen

Petric Kleine ist nicht länger Chef des Landeskriminalamt Sachsens.
Petric Kleine ist nicht länger Chef des Landeskriminalamt Sachsens. © Matthias Rietschel

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Aufgrund der aktuellen Bestimmungen musste der 4. Job- und Karrieretag in Freiberg leider abgesagt werden. Stattdessen gibts einen Online Chat-Tag.

Guten Morgen,

es erfordert in Sachsen mehr Mut als in manch' anderem Bundesland, wenn eine Frau in einer Spitzenposition öffentlich macht, dass sie eine Frau liebt. Denn man hat damit hierzulande noch nicht allzuviel „Übung“, um es mal vorsichtig auszudrücken. Dresden ist eben nicht Köln.

Dabei kann Sachsens grüne Justizministerin quasi gar nichts dafür, was passiert ist. „Ich habe mich einfach in Josefine verliebt“, outet sie jetzt in einem Doppelinterview mit der Zeit/Zeit Online ihre Beziehung mit einer anderen Spitzengrünen.

Seit anderthalb Jahren sind Meier und die Fraktionschefin der nordrhein-westfälischen Grünen, Josefine Paul, demnach bereits ein Paar. "Ich finde es wichtig, dass Menschen vorangehen", sagt Meier. Sie wolle "Türöffner" sein für andere in einer ähnlichen Situation, die sich aber nicht trauten, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen. Katja Meier hat sich getraut. Das erste große Outing einer Landesministerin in Sachsen. Auf die Reaktionen darf man gespannt sein.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger
Leiterin Politikredaktion Sächsische.de

Die wichtigsten News am Morgen

+++ Sachsen gibt Astrazenenca frei +++

Ab diesem Freitag können sich in Sachsen Menschen über 60 Jahre mit Astrazeneca impfen lassen. Der Freistaat folgt damit dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern. Bis Mitte April sollen 50.000 Termine mit dem Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Buchung für die Termine wird ab Donnerstag freigeschaltet und sind ausschließlich über das Onlineportal sachsen.impfvergabe.de buchbar. Für diese Termine steht ausschließlich das Produkt von Astrazeneca zur Verfügung. Für Menschen unter 60, die bereits einen Impftermin hatten, werden nun stattdessen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna eingesetzt. Außerdem sollen die Öffnungszeiten der Impfzentren ausgeweitet werden.

Die Neuansteckungen mit dem Coronavirus bleiben in Sachsen auf einem hohen Niveau. Das Gesundheitsministerium hat am Mittwoch 1.362 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Sachsen gemeldet. Vor genau einer Woche wurden 1.977 neue Infektionen gemeldet. Das Robert Koch-Institut weist in einer Mitteilung jedoch darauf hin, dass an Ostern weniger getestet worden sein dürfte. Innerhalb eines Tages kamen zudem 26 neue Todesfälle hinzu. Der Inzidenzwert lag am Mittwochmorgen bei rund 150. nachdem er am Vortag noch mit fast 180 angegeben worden war. Doch auch das kann sich auf die Feiertage zurückführen lassen.

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+++ Dynamo will Corona-Modellprojekt werden +++

Bei Union Berlin wurde ein Versuch mit Schnelltests gestartet, Hansa Rostock durfte mit Konktaktverfolgung vor Zuschauern spielen - passiert in Dresden möglicherweise bald ähnliches? Dazu äußert sich der Geschäftsführer von Dynamo Dresden, Jürgen Wehland, im Interview mit Sächsische.de. Er sagt klar: "Wir würden gerne ein Modellprojekt starten" - auch gemeinsam mit anderen Kultureinrichtungen wie der Philharmonie, wenn es um das Thema Testzentrum gehe. Auch mit dem Dresdner Uniklinikum zur medizinischen Begleitung sei der Drittligist bereits im Gespräch.

Nach den Ideen des Geschäftsführers würde sich alles um das Testen drehen, "vor die Welle kommen", nennt er das. Wenn nur negativ getestete Menschen im Stadion sind, sei das Risiko gering. Bei den Spielern würde dieses System auch seit einem Jahr funktionieren. Doch es sind noch Fragen offen. Experten sind sich uneins, ob ein Testzentrum oder die dezentrale Testung besser funktioniert, auch der zeitliche Horizont ist eine Unbekannte. Doch Wehland bemüht sich um eine Perspektive: "Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, die letzten beiden Heimspiele in dieser Saison vor Zuschauern austragen zu können."

+++ Sachsens LKA-Chef muss gehen +++

Nach dem Auffliegen der Munitionsaffäre bei Sachsens Landeskriminalamt entlässt Innenminister Roland Wöller (CDU) dessen Präsidenten Petric Kleine (58). Mit ihm muss auch der für die Spezialeinheiten zuständige Abteilungsleiter Sven Mewes (60) gehen. Neue LKA-Chefin wird die bisherige Präsidentin der Polizeidirektion Chemnitz, Sonja Penzel. Die 48 Jahre Juristin sei bereits vor ihrem jetzigen Amt in Chemnitz in führender Positionen beim LKA sowie bei der Kriminalpolizei in Leipzig tätig gewesen.

Hintergrund sind die Ende März bekanntgewordenen Ermittlungen gegen 17 Polizeibeamte des Mobilen Einsatzkommandos Dresden. Sie sollen 2018 ohne Erlaubnis an Schießübungen auf einem privaten Schießplatz in Güstrow teilgenommen haben. Das Training war nach dem bisherigen Verfahrensstand mit 7.000 Schuss Munition aus den Beständen des LKA bezahlt worden. Deshalb müssen sie sich wegen Diebstahls oder Beihilfe zum Diebstahl, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Bestechlichkeit verantworten. Hauptbeschuldigte sind der Kommandeur und drei Schießausbilder der Sondereinheit. Sie wurden vom Dienst suspendiert, die anderen 13 Beamten zur Polizeidirektion Dresden versetzt.

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