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Baerbock muss sich solche Fragen stellen lassen

Die Grünen sind offenbar über die Angriffe auf ihre Spitzenkandidatin überrascht, sie selbst ist sprachlos. Ein Kommentar.

Annalena Baerbock muss sich im Wahlkampf unangenehme Fragen gefallen lassen.
Annalena Baerbock muss sich im Wahlkampf unangenehme Fragen gefallen lassen. © dpa/SZ

Die Plagiatsdebatte um Annalena Baerbocks Buch trägt Züge einer Kampagne. Verwundert sollte darüber niemand sein. Es geht ums Bundeskanzleramt, in das die grüne Spitzenfrau, so sah es im bisherigen Wahlkampf zumindest phasenweise aus, durchaus einziehen könnte. Was tatsächlich verwundert, ist die kraftlose Gegenstrategie von Baerbocks offensichtlich überraschtem Team.

Es dauerte zunächst, einen Lebenslauf ins Netz zu stellen, der Nachfragen stand hält. Nun bitten Grüne um Solidarität bei Twitter und sprechen von Rufmord. Auch wenn es nervt: Wer Kanzlerin werden will, muss mit Druck rechnen. Fragen nach Quellen von Texten sind da noch vergleichsweise harmlos.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Ohnehin ist an den aktuellen Vorwürfen wenig dran. Für populärwissenschaftliche, eher essayistische Texte gelte nicht die Strengen Zitiationsregeln wie für Promotionen. Aufschlussreicher ist eher die Debatte über die aufgehübschte Vita. Baerbock wollte offenbar mit einer akademischen Aura punkten. Warum? Nötig hat sie es nicht.

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Die Grüne verfügt, egal wie man zu ihrer Politik steht, über Ausstrahlungskraft. Ist sie gut drauf, wirken ihre Auftritte erfrischend. Baerbocks nach mehreren Seiten offene Programmatik gleicht einem Mix aus Wandel und Wohlfühlen. Klimaschutz, so die Botschaft, ist nicht nur machbar, sondern sogar eine Chance für neues Wachstum.

Ihre Gegner haben die Grüne nicht entzaubert. Doch ist es ihnen gelungen, jedenfalls vorübergehend die Aufmerksamkeit vom zugkräftigsten Thema der Partei zu nehmen.

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