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Kretschmer fordert ein "vernünftiges Verhältnis zu Russland"

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer wirbt dafür, mit Moskau im Gespräch zu bleiben. Man dürfe die Krise nicht noch weiter anheizen.

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Michael Kretschmer wirbt dafür, mit Moskau im Gespräch zu bleiben.
Michael Kretschmer wirbt dafür, mit Moskau im Gespräch zu bleiben. © dpa/ Robert Michael

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wirbt dafür, mit Moskau im Gespräch zu bleiben. "Ein vernünftiges Verhältnis zu Russland ist wichtig", sagt Kretschmer im Interview mit MDR Aktuell. Man werde alles dafür tun, die Souveränität der Ukraine zu gewährleisten so der CDU-Politiker.

"Aber es geht hier auch darum, insgesamt eine Möglichkeit für eine Zukunft zu haben, in der man zusammen arbeiten und leben kann." Man dürfe die Krise nicht noch weiter anheizen, so Kretschmer.

Auch mit Blick auf die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen, sei es richtig, weiter mit Russland zusammenzuarbeiten. "Wir werden nur in Frieden leben, wenn wir mit Russland im Frieden leben."

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Putin hat "viele getäuscht"

Erst am Dienstag hatte Sachsens Ministerpräsident auf die Kritik an seinen früheren Kontakten zu Wladimir Putin reagiert und sich mehrfach vom russischen Präsidenten distanziert. "Es ist ein Mensch, der viele, viele getäuscht hat", sagte Kretschmer bei einer Pressekonferenz angesichts des Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine, bei dem "auf schreckliche Art und Weise Völkerrecht verletzt wird".

Mit Verweis auf andere Politiker, die zuvor auch mit Putin Gespräche führten, sagte Kretschmer: "Wir haben uns in diesem Menschen getäuscht. Er hat sich völlig anders entwickelt. Es gibt dafür auch keine Entschuldigung, eine Entschuldigung, warum man ein anderes Land überfallen muss. Von daher ist die Situation heute eine andere." Auf Nachfragen nach möglichen erneuten Treffen mit Putin erklärte Kretschmer zunächst, die Frage stelle sich jetzt nicht. Später ergänzte er: "Ich möchte mich mit so jemandem, der so etwas tut, nicht mehr an einen Tisch setzen. Ich wüsste nicht, was ich mit ihm zu besprechen habe."

Kretschmer verteidigte sich zudem mit dem Hinweis, dass er 2021 bei seinem Moskau-Besuch in enger Abstimmung mit der damaligen Bundeskanzlerin kritische Punkte wie die Verhaftung von Alexei Nawalny sowie Russlands Annexion der Krim angesprochen habe. Zu keiner Zeit habe er bei den insgesamt zwei Treffen mit Putin diesem nach dem Mund geredet. Vielmehr habe er den "historischen Zufall", dass Putin eine besondere Beziehung zu Dresden und zu Sachsen hat, dafür genutzt, sächsische Interessen zu vertreten, wie es auch schon seine Amtsvorgänger getan hätten. (SZ/gs/mja mit dpa)