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AfD muss weiter auf ein Rathaus warten

Bei den Bürgermeisterwahlen vom Sonntag ist die Partei wieder leer ausgegangen. Stattdessen haben sich Kandidaten der SPD gut geschlagen.

So sehen Sieger aus: Torsten Ruban-Zeh (SPD) setze sich im zweiten Wahlgang durch und ist nun neuer Oberbürgermeister von Hoyerswerda.
So sehen Sieger aus: Torsten Ruban-Zeh (SPD) setze sich im zweiten Wahlgang durch und ist nun neuer Oberbürgermeister von Hoyerswerda. © dpa-Zentralbild

Dresden. Die Hoffnung der AfD, dass einer ihrer sächsischen Bürgermeisterkandidaten erstmals in Deutschland an die Spitze einer Gemeindeverwaltung gewählt wird, hat sich erneut zerschlagen. Weder in Arnsdorf bei Dresden noch in Steinigtwolmsdorf im Landkreis Bautzen noch in Stauchitz im Landkreis Meißen setzten sich die AfD-Bewerber durch.

Auch in den größeren Städten erging es der Partei nicht anders. Im Gegenteil. In Hoyerswerda setzte sich im zweiten Wahlgang der Sozialdemokrat Torsten Rubahn-Zeh durch. Er erhielt 44,3 Prozent. In Markkleeberg holte SPD-Mann Karsten Schütze sogar etwas mehr als 66 Prozent.

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In Chemnitz behielt der Sozialdemokrat Sven Schulze im ersten Durchgang mit 23 Prozent die Oberhand. Er liegt damit knapp vor der CDU-Kandidatin Almutt Patt, die 21,4 Prozent erreichte. Der AfD-Bewerber und Bundestagsabgeordnete Ulrich Oehme landete noch hinter der linken Konkurrentin Susanne Schaper auf Rang vier.

Ihren in der Region Arnsdorf bekanntesten Mann hatte die AfD mit dem parteilosen Ex-CDUler Detlef Oelsner ins Rennen geschickt. Er erreichte im ersten Durchgang jedoch nur 27 Prozent. Auf Platz eins landete auch hier ein SPD-Mitglied: Ilko Keßler, Kandidat des Bürgerforums 1990, erhielt 37 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgt mit 36 Prozent CDU-Kandidat Frank Eisold, der im Wahlkampf sogar von Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstützt worden war. Nun wird am 11. Oktober in Arnsdorf erneut gewählt.

Der Ort war bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem 2016 vier Männer einen psychisch kranken Flüchtling aus dem Irak mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt hatten. Oelsner, damals noch CDU-Gemeinderat, war einer von ihnen. Ex-Bürgermeisterin Martina Angermann (SPD) hatte die Tat wiederholt verurteilt und war selbst zum Feindbild geworden. Nach monatelanger Hetze und Anfeindungen hatte sie im November 2019 ihre vorzeitige Versetzung in den Ruhestand beantragt. Zuvor war sie über Monate krankgeschrieben.

Auch in Steinigtwolmsdorf im Landkreis Bautzen erhielt keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen. Dort führt Kathrin Gessel als gemeinsame Kandidatin von CDU und Bürgerbewegung knapp vor David Wolf vom Verein Dorfkultur. AfD-Kandidat Alexander Zapke blieb abgeschlagen der dritte und letzte Rang.

Noch chancenloser war AfDler Enrico Barth in Stauchitz im Landkreis Meißen. Er bekam nur 7,4 Prozent. Den ersten Wahlgang gewann dort der parteilose Bauamtsleiter Dirk Zschoke mit fast 43 Prozent.

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In Zwickau kam die CDU-Bewerberin Kathrin Köhler laut vorläufigem Wahlergebnis auf 31,5 Prozent der Stimmen. Dahinter lag Constance Arndt, die als Kandidatin der Wählervereinigung "Bürger für Zwickau" angetreten war. AfD-Kandidat Andreas Gerold landete mit 17 Prozent auf Platz drei. (mit dpa)

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