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Das will Obergurigs Bürgermeister jetzt anpacken

Kurz nach seiner Wiederwahl zum Bürgermeister von Obergurig gibt Thomas Polpitz einen Ausblick auf die kommenden Jahre. Klar ist: Einfach werden die nicht.

Am 1. September beginnt offiziell die dritte Amtszeit von Obergurigs Bürgermeister Thomas Polpitz.
Am 1. September beginnt offiziell die dritte Amtszeit von Obergurigs Bürgermeister Thomas Polpitz. © SZ/Uwe Soeder

Obergurig. Am Sonntag wurde Thomas Polpitz (CDU) erneut zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Obergurig gewählt. Im Gespräch mit Sächsische.de spricht er über seine Motivation, Pläne für die dritte Amtszeit und über die Schwierigkeiten, vor denen seine Gemeinde steht.

Herr Polpitz, Sie haben die Wahl am Sonntag bei einer Wahlbeteiligung von 41,2 Prozent und mit 95,4 Prozent der Stimmen gewonnen. Ist das ein Ergebnis, das Sie zufriedenstellt?

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Auf jeden Fall! Ich hätte mir zwar gewünscht, dass die Wahlbeteiligung etwas höher gewesen wäre - man hat da ja seinen eigenen Anspruch. Aber ich denke, die Leute haben mir gezeigt, dass die Arbeit der letzten sieben Jahre gut war, auch wenn wir viele Rückschläge erlitten haben. Wichtig ist jetzt, optimistisch nach vorn zu schauen.

Hat es Sie überrascht, dass es keinen Gegenkandidaten gab?

Ja, etwas schon. Die Wählervereinigung Obergurig hat in unserem Gemeinderat viele Sitze. Aber wir haben im Vorfeld viele Gespräche geführt, und ich denke, dass auch diese Fraktion mit der geleisteten Arbeit im Großen und Ganzen zufrieden war.

Welche Aufgaben warten in den kommenden sieben Jahren auf Sie?

Wir wissen alle, dass wir einen bescheidenen Haushalt haben. Den müssen wir jetzt stabilisieren, um neue Projekte angehen zu können.

Das ist insofern schwierig, weil uns durch die Corona-Pandemie Gewerbesteuer-Einnahmen wegfallen. Immerhin konnte der Haushalt in diesem Jahr trotzdem ausgeglichen werden. Aber wir müssen sehen, was in den kommenden Jahren passiert - beispielsweise ob etwa die Kreisumlage erhöht wird. Da geht natürlich der Haushalt wieder in die Knie. Das geht nicht nur uns so. Alle Gemeinden müssen sparen.

Sind in nächster Zeit trotz des schmalen Budgets Investitionen geplant?

Auf alle Fälle wollen wir den Hochwasserschutz fertigstellen. Dort werden wir voraussichtlich mit den geplanten Mitteln hinkommen. Eine große Aufgabe wird sein, ein neues Feuerwehrauto für die Ortswehr Singwitz zu beschaffen. Dort steht noch ein LO Robur vom Baujahr 1988. Wir versuchen es zuerst über die Feuerwehrförderung. Aus dem eigenen Haushalt können wir die Anschaffung nicht stemmen - es sei denn, es wird ein gebrauchtes Fahrzeug.

Außerdem müssen wir unsere kommunalen Gebäude in Schuss halten - etwa die energetische Sanierung der Turnhalle in Obergurig vorantreiben. Für die Kirschauer Körse-Therme brauchen wir in diesem Jahr zwingend eine Lösung. Und toll wäre es, wenn wir für junge Familien ein Bebauungsgebiet schaffen könnten - die Nachfrage ist enorm.

Lassen Sie uns einen kurzen Rückblick auf Ihre vergangenen beiden Amtszeiten werfen. Worauf sind Sie besonders stolz, was hätte besser laufen können?

Stolz bin ich auf den Ersatzneubau für unseren Kindergarten. Auch unsere Schule ist auf dem neuesten Stand. Wir haben Straßen gebaut - da bin ich aber weniger zufrieden, weil die entsprechende Förderung in den letzten Jahren nicht gekommen ist. Und wenn doch, wurde vom Landratsamt immer wieder die Nadel im Heuhaufen gesucht, um sie uns nicht zu genehmigen. Das ist sachsenweit ein Problem, von dem ich hoffe, dass es sich in den kommenden Jahren regulieren wird.

Stolz macht mich auch der Ersatzneubau für das Feuerwehrdepot in Großdöbschütz. Das war dringend notwendig. Heute haben die Kameraden das schönste Feuerwehrhaus der Gemeinde. Den Hochwasserschutz 2010 zu bewältigen, war eine Mammutaufgabe. Auch das haben wir gestemmt. Ich muss sagen, wir haben viel geschaffen.

Traurig stimmt mich, dass der einzige Sparkassenautomat der Gemeinde Ende Juli abgebaut wird. Hier hoffe ich weiter auf eine Lösung - und wenn es eine mobile ist. Wir sind zu jedem Kompromiss bereit.

Ist es nicht eine wahnsinnige Doppelbelastung, das Ordnungsamt in Großpostwitz zu leiten und gleichzeitig das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters in Obergurig zu bekleiden?

Ich bin derzeit mit 30 Stunden pro Woche in Großpostwitz beschäftigt und bekomme für mein Ehrenamt eine Aufwandsentschädigung. Die wird versteuert, aber nicht auf meine Rentenpunkte angerechnet. Derzeit ist in der Diskussion, dass ehrenamtliche Bürgermeister ab 2023 hauptamtlich tätig sein können, aber da mache ich mir wenig Hoffnung.

Da muss die Frage gestattet sein: Warum tut man sich das an?

Berufung.

Das klingt, als sei es möglich, dass dies nicht Ihre letzte Amtszeit wird?

In sieben Jahren bin ich 59 Jahre alt. Da muss ich überlegen, wie es weitergeht. Wenn es so sein soll, mache ich auch noch bis zu meinem 65. Lebensjahr weiter. Aber wir schauen jetzt erst einmal, was die kommenden sieben Jahre bringen.

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