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Politiker warnt vor Fachkräftemangel

Eine zu geringe Zahl qualifizierter Bewerber hat offenbar zum Aus von Homann in Leppersdorf beigetragen. Jetzt fordert der stellvertretende Bautzener FDP- Kreischef entschiedenes Handeln.

Leppersdorf/Bautzen. Der stellvertretende Kreisvorsitzende FDP Bautzen, Thomas Kunz, ruft Landkreis und Kommunen auf, mehr gegen den Fachkräftemangel im Rödertal zu tun. „Die Region ist ein erfolgreicher Standort für Nahrungsmittelproduzenten wie beispielsweise Müllermilch, Heinrichsthaler, Korch oder Radeberger. Wenn hier fehlende Fachkräfte Neuansiedlungen verhindern, müssen alle Alarmglocken schrillen“, sagte er.

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Auslöser der Stellungnahme ist ein Bericht in der SZ über Ursachen der Homann-Absage. Sönke Renk, Vorsitzender der Homann-Geschäftsführung, hatte auf einer Bürgerversammlung in Dissen erklärt, das habe auch an der Schwierigkeit gelegen, in Leppersdorf Fachkräfte zu finden.

Thomas Kunz sieht deshalb jetzt Landkreis und Kommunen in der Pflicht: „Sie sollten mit dem Investor das Gespräch suchen und die genauen Gründe für die fehlgeschlagene Fachkräftesuche herausfinden und gegebenenfalls schnell Gegenmaßnahmen ergreifen. Auf Dauer kann der Fachkräftemangel sonst auch bestehende Unternehmen erfassen und ihren Erfolg gefährden“, erklärte der FDP-Politiker. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen für junge Fachkräfte verbessert werden. „In der Region Radeberg wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Erleichterungen von Bauvorhaben könnte ein Baustein zur Entspannung der Fachkräftesituation sein, wenn auch nicht der einzige.“ Im Frühjahr 2017 hatte die Müller-Gruppe entschieden, die Firmen-Tochter Homann in Leppersdorf ansiedeln zu wollen. Müller plante, 500 Millionen Euro für die Ansiedlung des Feinkostwerks zu investieren und 800 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Jahr später die Rolle rückwärts: Das Konzept sei überprüft worden, daraufhin habe man sich für einen Verbleib in Niedersachsen entschieden, hieß es aus der Zentrale der Müller-Gruppe, zu der Homann gehört. (SZ/td)