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Politik

Politikerinnen werden online bedroht

Laut einer Umfrage wird der Großteil der weiblichen Bundestagsabgeordneten im Netz beleidigt. Viele Kommentare sind sexistisch.

Frauen, die im Bundestag arbeiten, werden im Internet mehrheitlich beleidigt und bedroht.
Frauen, die im Bundestag arbeiten, werden im Internet mehrheitlich beleidigt und bedroht. © Kay Nietfeld/dpa (Symbolbild)

Berlin. Viele der weiblichen Abgeordneten im Bundestag sind einer Umfrage zufolge mit Hass und Bedrohung im Netz konfrontiert. 87 Prozent der Befragten wurden Opfer von Hassrede - einige gaben an, nahezu täglich mit digitaler Gewalt umgehen zu müssen, wie aus einer Umfrage des ARD-Magazins "Report München" (Dienstag) unter Parlamentarierinnen hervorgeht. Oft sei das Aussehen Thema, auch mit Vergewaltigungen werde gedroht. 57 Prozent der Befragten quer durch alle Parteien haben demnach mit sexistischen Kommentaren zu kämpfen.

Im Wahlkampf werde auch gezielt versucht, Politiker mundtot zu machen, berichtet das Magazin. Im Landtagswahlkampf in Bayern 2018 hätten rechte Aktivisten dazu aufgerufen, bei der Spitzenkandidatin der Grünen, Katharina Schulze, "Schmutz zu finden" und massenhaft zu verbreiten.

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Der Umfrage zufolge denkt rund jede Zehnte angesichts der Bedrohungen und Beleidigungen übers Aufhören nach. Das Magazin schrieb nach eigenen Angaben alle 221 weiblichen Bundestagsabgeordneten an, 77 antworteten.

Zuletzt war die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast mit dem Versuch gescheitert, gegen Beschimpfungen auf Facebook juristisch vorzugehen. Unbekannte hatten Künast drastisch beschimpft und auch sexistische Posts geschrieben. (dpa)