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Politologe Patzelt: Pegida weiter rechts, aber nicht radikal

Radikaler sind sie nicht geworden. Aber Dresdens „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) sind einer Studie zufolge seit ihrer Spaltung nach rechts gerückt.

© dpa

Dresden. Dresdens „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) sind einer Studie zufolge seit ihrer Spaltung nach rechts gerückt. Von einer Radikalisierung könne aber keine Rede sein, sagte der Politologe Werner J. Patzelt von der TU Dresden, der die Ergebnisse der Nachfolgeuntersuchung am Donnerstag vorstellen will. „Pegida heute ist im Wesentlichen das, was Pegida schon im Januar gewesen ist.“ In der sozialen Zusammensetzung gebe es keine großen Veränderungen.

Patzelt hatte im Februar eine erste Fallstudie zur Pegida vorgelegt. Kritiker hatten ihm daraufhin vorgeworfen, fremdenfeindliche Bestrebungen zu verharmlosen. In Dresden waren zu Hochzeiten mehr als 20 000 Menschen zu den wöchentlichen Demonstrationen der islamkritischen Bewegung gekommen. Zuletzt zählte die Polizei noch 3 000 Teilnehmer.

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„Pauschale Aussagen, es handele sich um Ausländerfeinde, Rassisten und Islamfeinde, treffen auch für den harten Kern von Pegida nicht zu, der jetzt noch übriggeblieben ist“, sagte Patzelt. Gut die Hälfte der Demonstranten seien xenophobe Patrioten, „wobei Xenophobie nicht Ausländerhass ist, sondern einfach Sorge vor dem Fremden, Abwehr des Fremden“. Rund 30 Prozent seien „bedingt xenophil“ und für den Islam offen, „aber unter der Bedingung, dass nicht zu viele Flüchtlinge ins Land kommen und der Islam friedlich bleibt“.

Bei 17 Prozent könne man von „rechtsradikalen Xenophoben“ sprechen. „Das ist jener hässliche Pegidianer, den die Gegner von Pegida immer schon auf dem Schirm hatten: jung, rechtsradikal, zur Gewalt neigend und ganz klar gegen Ausländer und Muslime eingestellt.“

Pegida sei allerdings dabei „zu verlöschen“ so Patzelt. „Die Lebenszeit wird nur durch die Oberbürgermeisterwahl künstlich verlängert.“ (SZ mit dpa)