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Polizei dementiert Vergewaltigung

Eine fremdenfeindliche Initiative aus Dresden kritisiert Medien und Polizei, die Vergewaltigung einer 75-Jährigen durch einen Marokkaner zu verheimlichen. Zu unrecht, wie sich zeigt.

© Symbolbild: dpa

Dresden. Ausländer- und asylfeindlich eingestellte Bürger haben über Facebook erneut eine Falschmeldung verbreitet. Die Initiative „DD-Strehlen wehrt sich gegen Politikversagen“ behauptet, Ende August sei eine 75-jährige Frau in der Dresdner Neustadt Opfer einer „abscheulichen Vergewaltigung durch einen Ausländer“ geworden. Es habe sich dabei „nach Aussage des Opfers“ um einen Marokkaner gehandelt. Polizei und Medien hätten darüber nicht berichtet.

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Polizeisprecher Marko Laske bestätigt einen Einsatz zur besagten Tatzeit. Die Frau sei von einem unbekannten Täter geschubst worden und zu Boden gestürzt. Passanten hätten sofort geholfen. „Von sexuellen Handlungen kann aber nicht die Rede sein“, sagte Laske.

Die Polizei ermittle wegen Körperverletzung. Bislang lägen keine Hinweise auf eine ausländische Herkunft des Täters vor. Laske betonte: „Wir halten keine Straftat unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit, es sei denn, eine frühzeitige Veröffentlichung würde die Ermittlungen gefährden.

Die Falschmeldung wurde auf Facebook mehr als 30-mal geteilt. Unter den Weiterverbreitern sind unter anderem Gruppierungen wie „Widerstand Dresden“, „Asylbetrug ist kein Menschenrecht“ sowie „Frigida - unsere Stadt bleibt sauber - Freital ist frei“. (uwo)