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Polizei durchsucht Privathäuser der Sig-Sauer-Eigentümer

Wegen des Verdachts auf illegale Waffenlieferungen nach Kolumbien steht die Unternehmensführung von Sig-Sauer im Visier der Staatsanwaltschaft. Nun wird auch im privaten Umfeld ermittelt.

Kiel. Im Zuge der Ermittlungen gegen das möglicherweise in illegale Waffenlieferungen nach Kolumbien verwickelte Unternehmen Sig Sauer hat die Polizei laut einem Medienbericht auch die Privathäuser der Eigentümer durchsucht. Gleichzeitig verschafften sich die Ermittler Zutritt zu den Räumen der L&O-Holding in Emsdetten, zu der auch Sig Sauer gehört, wie „Spiegel Online“ berichtete. Die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß wollte dies am Mittwoch nicht bestätigen. „Wir machen keine Angaben darüber, wo durchsucht worden ist“, sagte sie.

Kolumbien hat von 2006 an über das US-Verteidigungsministerium für 28,6 Millionen Dollar (rund 21 Millionen Euro) knapp 65.000 Pistolen aus deutscher Produktion gekauft, die für den US-Markt bestimmt waren. Nach Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ gab es für dieses Geschäft keine Genehmigung.

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Unternehmen mit Sitz in Eckernförde außerdem wegen einer Pistolenlieferung an die Präsidentengarde in Kasachstan. Diese soll 2010 ebenfalls über die USA abgewickelt worden sein, obwohl keine Genehmigung vorlag. Den drei Medien zufolge hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Anfang Juli die Bearbeitung sämtlicher Ausfuhranträge des Unternehmens gestoppt. Das Amt selbst wollte den Bericht nicht kommentieren. (dpa)