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Polizei-Einsatz auf der Hauptstraße

Immer wieder gibt es Beschwerden über Raser und Falschparker auf der Einkaufsstraße. Jetzt waren Polizisten vor Ort.

© Arvid Müller

Von Nina Schirmer

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Radebeul. Der Golffahrer kann sich offenbar schon denken, was er falsch gemacht hat. Sein Auto wird abrupt langsamer, als er den Polizisten sieht. „Sie sollten hier nicht so schnell fahren“, sagt Hubertus Neumann dem jungen Mann mit Sonnenbrille durch die geöffnete Fensterscheibe. Der Bürgerpolizist ist mit seiner Kollegin Cornelia Strempel am Mittwochmorgen auf der Hauptstraße im Einsatz, um Temposünder zu belehren. Der Fahrer des Golfs ist zumindest für den Moment einsichtig. „Ich werde mich bessern“, verspricht er und fährt ordnungsgemäß in Schrittgeschwindigkeit weiter.

An das Tempolimit halten sich viele Autofahrer auf der verkehrsberuhigten Hauptstraße nicht. Schon häufig gab es deswegen Beschwerden. Mit einer gemeinsamen Aktion wollen Stadt und Polizei jetzt sensibilisieren. Auch Mitarbeiter vom Ordnungsamt sind mit dabei. Denn abgesehen von den Zu-schnell-Fahrern sind auch viele Falschparker auf der Hauptstraße unterwegs. So wie der Fahrer eines weißen Transporters, der sein Fahrzeug gerade vor der Bäckerei Eckert, kurz vor der Meißner Straße, abstellen will. Darf er aber nicht, erklären ihm die Uniformierten. Der Mann muss wohl oder übel weiterfahren.

„Die Leute reagieren meistens freundlich, wenn wir sie ansprechen“, sagt Polizistin Cornelia Strempel. „Viele fragen nach, warum sie hier nicht parken dürfen.“ Ihr fällt auf, dass vor allem Ältere die Parkregeln im verkehrsberuhigten Bereich nicht kennen. Dort darf man sein Auto nämlich nur in gekennzeichneten Flächen abstellen. Wo keine Markierung ist, gilt automatisch Parkverbot. Auch ohne dass dort ein entsprechendes Schild steht.

Die Präsenz der Polizisten zeigt Wirkung. Ein älterer Herr in einem Renault zückt schnell den Anschnallgurt, als er die Beamten sieht. „So lange wir hier stehen, passiert nichts“, sagt Cornelia Strempel. Sie weiß aber auch, dass sich das schnell ändert, wenn sie wieder abgezogen sind. Deshalb will die Polizei in nächster Zeit immer mal wieder kurzfristig in der Einkaufsstraße auf Streife gehen. Eigentlich wollten die Beamten am Mittwoch auch Geschwindigkeiten mit der Laserpistole messen. Doch die Minusgrade machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Glück für die Autofahrer: Die Akkus der Laserpistolen hielten bei der Kälte einfach nicht durch.

Auf der Bahnhofstraße in West soll die Polizei in Zukunft ebenfalls noch häufiger kontrollieren – auch Falschparker. Ingolf Zill, Leiter der Radebeuler Verkehrsbehörde, hat die Erfahrung gemacht, dass eine Polizeikontrolle die Leute mehr beeindruckt, als wenn sie von Mitarbeitern des Ordnungsamtes verwarnt werden. „Wir haben das auf der Sicherheitskonferenz mit der Polizei besprochen und da kam das Angebot, gemeinsame Kontrollen durchzuführen.“ Die soll es jetzt öfter geben, um die Autofahrer zum Nachdenken zu bringen, so Zill.

Die Stadt will Temposünder auf der Hauptstraße aber bald auch noch auf andere Art und Weise ausbremsen. Zuerst wurde vorgeschlagen, Schwellen auf der Straße zu montieren. Doch das gehe wegen des gepflasterten Untergrunds nicht. Die Schikanen würden nicht lange halten, sagt Zill. Stattdessen sollen im Frühjahr Pflanzkübel aufgestellt werden, die in den Straßenraum ragen. „Wir wollen damit die durchgängige Sicht von der Schule bis nach oben unterbrechen“, sagt Zill. Autofahrer müssen dann notwendigerweise abbremsen, um zu sehen, ob Fußgänger hinter den Kübeln über die Straße wollen. Gerade werde noch gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt ausgearbeitet, an welchen Stellen genau die Behältnisse aufgestellt werden. Die Stadt hofft, dass sich Paten finden – Anwohner und Geschäftsinhaber zum Beispiel –, die sich um die Pflanzen kümmern und regelmäßig gießen.