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Dynamo

Fiel zu Böllerwerfer: Darf nicht passieren 

Beim Heimspiel gegen Wiesbaden wurde der Gäste-Torwart verletzt. Nun meldet die Polizei einen Ermittlungserfolg, und der Trainer äußert sich zum Vorfall.

Unmittelbar nach dem Tor von Alexander Jeremejeff (l.) gegen Wiesbaden wurden im K-Block bengalische Feuer gezündet, ein Böller explodierte auf dem Spielfeld.
Unmittelbar nach dem Tor von Alexander Jeremejeff (l.) gegen Wiesbaden wurden im K-Block bengalische Feuer gezündet, ein Böller explodierte auf dem Spielfeld. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Dieser Fall ist de facto aufgeklärt. Bei Dynamos 1:0-Sieg gegen den SV Wehen Wiesbaden am 8. November wurde Wehens Torhüter Lukas Watkowiak durch einen explodierenden Böller leicht verletzt, konnte aber weiterspielen. Nun hat die Dresdner Polizei - in enger Zusammenarbeit mit Dynamo, wie die Behörde betont, einen 18-jährigen Deutschen ausfindig gemacht, der den Böller auf das Spielfeld geworfen haben soll. 

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"So etwas darf nicht passieren, es ist aber leider passiert", sagte Trainer Cristian Fiel zu dem Vorfall - und er meinte vor dem nächsten Heimspiel gegen Holstein Kiel am Samstag: "Ich hoffe, dass es den einen oder anderen zum Nachdenken bringt und er zur Vernunft kommt. Das ist einfach keine Hilfe für niemanden." 

Bei dem jungen Mann handele es sich nicht um den 23-Jährigen, den Dynamo-Fans unmittelbar nach dem Knall an die Security übergeben hatten, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Der 18-Jährige muss sich jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten - zudem droht Dynamo, ihn auf Schadenersatz zu verklagen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, strebe der Verein an, "eine Umlage der Strafe des DFB-Sportgerichts für den Böllerwurf zu erreichen", heißt es in der Pressemitteilung.

Während der Mitgliederversammlung war Michael Born noch deutlicher geworden. Die zu erwartende Strafe solle zu hundert Prozent auf den Täter, sofern man ihn denn ermittelt, umgelegt werden, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer und betonte: „Ohne Wenn und Aber.“ Dass vor und während dieses Spiels auch massiv Pyrotechnik gezündet wurde, ließ er dabei unerwähnt. 

Der von Dynamo-Fans gestellte 23-Jährige hatte laut Verein im Block einen Böller zur Explosion gebracht hatte. "Gegen ihn hat die SGD bereits ein bundesweites Stadionverbotsverfahren eingeleitet und wird ebenfalls eine Schadenersatzklage einreichen", teilte der Verein mit.

Verhandlung am Sportgericht nächsten Donnerstag

Zuletzt war Dynamo vom Sportgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 45.000 Euro verurteilt worden. Grund waren Vorfälle beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Im Fanblock waren  frauenfeindliche und menschenverachtende Spruchbänder gezeigt worden, zudem hatten zwei eingesetzte Ordner hatten mit ihren auf den T-Shirts gedruckten nationalsozialistischen Botschaften für einen Eklat gesorgt.

Der mutmaßliche Böllerwerfer vom Wiesbaden-Spiel muss sich nach Polizeiangaben zudem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Gegen Dynamos 1:0-Sieg hat Wehen Wiesbaden mittlerweile Einspruch beim Deutschen Fußball-Bund eingelegt - allerdings nicht wegen des Böllerwurfs, sondern einer Schiedsrichter-Entscheidung. Die Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht findet am 5. Dezember statt. (SZ)

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