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Polizei nimmt Autoschieber-Bande auseinander

Bei Durchsuchungen, unter anderem in Görlitz, werden zahlreiche Beweismittel sichergestellt. Insgesamt fünf Haftbefehle können vollstreckt werden.

© Polizei

Görlitz. Im Kampf gegen den organisierten Kfz-Diebstahl führte die deutsche und polnische Polizei Mitte vergangener Woche einen umfangreichen Einsatz durch. Das teile LKA-Sprecher Tom Bernhardt mit. Dabei wurden insgesamt neun Objekte in Bayern, Sachsen und Polen durchsucht. Zu den Fahndungsorten gehörte auch Görlitz, erklärte Tom Bernhardt auf SZ-Nachfrage.

In den durchsuchten Objekten seien unter anderem eine Schreckschusspistole, mehr als dreißig Handys, mehreren Tablets, Navigationsgeräte, Laptops, Speichermedien, eine Kamera, Kennzeichentafeln (polnisch und ukrainisch), eine Vielzahl von Fahrzeugdokumenten, Fahrzeugschlüssel und Schlüsselrohlinge sowie Airbags sichergestellt worden. Die aufgefundenen Gegenstände stehen zum Teil in Deutschland zur Fahndung.

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Aus den Ermittlungen, die seit Januar 2017 gegen die mutmaßliche Bande liefen, resultierten mehrere Europäische Haftbefehle. Von denen wurden bei dem Einsatz vergangene Woche einer in Deutschland und vier in Polen vollstreckt. Weitere Täter befinden sich derzeit auf der Flucht. Wo genau die Haftbefehle vollstreckt wurden, wollte das LKA mit Verweis auf laufende Verfahren nicht mitteilen. Insgesamt waren von deutscher Seite mehr als 50 Beamte aus Sachsen und Bayern am Einsatz beteiligt.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um eine organisierte polnische Bande, die sich zusammenschlossen hat, um in Deutschland gemeinschaftlich Diebstähle von hochwertigen Keyless-Go-Fahrzeugen der Marken Porsche, Daimler Benz, BMW, Audi und Ford zu begehen. „Der Einsatzverlauf und die Ergebnisse wurden sowohl von den polnischen Kollegen der Zentralen Ermittlungseinheit Wroclaw und der Staatsanwaltschaft Niederschlesien als auch von der deutschen Polizei als überaus positiv bewertet und bestätigen die bisherigen Ermittlungen“, sagte LKA-Sprecher Bernhardt.

Im Rahmen der Vermögensabschöpfung wurden fast zweitausend Euro Bargeld, kleinere Beträge an US-Dollar, Schweizer Franken, kroatischen Kuna, tschechischen Kronen und polnische Zloty sowie diverser Schmuck gesichert. Der erlassene dingliche Arrest bei den Haupttätern belief sich auf insgesamt 1,7 Millionen Euro.

Die zuständigen Ermittlungsrichter in Polen und Deutschland bestätigten die fünf Haftbefehle, berichtet Tom Bernhardt. Die vier in Polen Verhafteten wurden nach Deutschland ausgeliefert. (szo)