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Polizei schnappt Falschgeld-Serientäter

Etliche Male soll ein 37-Jähriger falsche Fünfziger und Zehner in Umlauf gebracht haben. In einem Riesaer Discounter flog der Betrug auf.

© picture alliance / Andreas Arnol

Von Christoph Scharf

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Riesa. Eine Festnahme in Riesa könnte jetzt eine unschöne Serie beenden: Seit Ende 2016 und auch im Jahr 2017 waren im Landkreis immer wieder gefälschte Fünfzig- und Zehn-Euro-Scheine aufgetaucht. Die Blüten waren immerhin so professionell gefälscht, dass sie erst mit den entsprechenden Tests auffielen.

Die Kripo begann Ermittlungen – und stieß dabei auch auf einen Riesaer, der im Mai 2017 im Lidl-Markt auf der August-Bebel-Straße aufgefallen war. Der damals 36-Jährige hatte seinen Einkauf mit mehreren gefälschten Zehn-Euro-Scheinen bezahlen wollen – was den Angestellten allerdings auffiel. Sie hielten den Deutschen fest, bis die Polizei kam. – Das war aber nur ein Teil der umfangreichen Ermittlungen, sagt Polizeisprecher Marko Laske. Denn nun galt es, jede einzelne Blüte einem möglichen Urheber zuzuordnen.

Der Verdacht gegen den Riesaer erhärtete sich, so dass die Fahnder schließlich beim Amtsgericht Dresden einen Durchsuchungsbeschluss genehmigt bekamen. Am 19. Januar 2018 schließlich schlugen die Kriminalbeamten der Kriminalaußenstelle zu: Sie durchsuchten die Wohnräume des Riesaers und nahmen den mittlerweile 37-Jährigen fest. Bei der Durchsuchung wurden Computertechnik und Speichermedien beschlagnahmt. „In der Folge konnten dem Mann bislang 37 Straftaten des Inverkehrbringens von Falschgeld nachgewiesen werden“, teilt die Polizei mit.

Selbst gefälscht hat der Riesaer die Scheine offenbar nicht: Bei der Polizei gab er an, die Blüten „woanders erworben“ zu haben. Ob sie aus dem Darknet stammen oder etwa von einem „Falschgeld-Großhändler“, werde noch geprüft. Schließlich könne es sich dabei auch nur um Schutzbehauptungen handeln. So oder so: Mit der Festnahme dürften die Falschgeld-Zahlen in der Region wohl etwas zurückgehen. Denn der Beschuldigte sitzt mittlerweile in der JVA Zeithain ein: Er wurde noch am Tag der Festnahme dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der setzte den schon im Vorfeld erlassenen Haftbefehl in Vollzug. – Der 37-Jährige war schon vorher bei der Polizei kein Unbekannter. Auch nicht bei dem Vorfall im Riesaer Lidl.

Und warum werden gerade Fünfziger und Zehner gefälscht? „Das sind die gängigen Größen bei Fälschern“, sagt Polizeisprecher Marko Laske. Während die Leute bei größeren Scheinen schon genauer hinschauen würden, gingen viele kleinere Scheine ungeprüft über den Ladentisch.

Im vergangenen Jahr hatte die in Riesa ansässige Sparkasse Meißen 13 Geldscheine im Gesamtwert von 560 Euro als Falschgeld erkannt, teilte das Unternehmen im Dezember auf SZ-Anfrage mit. Demnach würden sogar Münzen gefälscht – 28 Stück waren es im gleichen Zeitraum, mit einem Wert von 51 Euro. Das Landeskriminalamt Sachsen kassierte im ersten Halbjahr 2017 gar mehr als 1 000 gefälschte Geldscheine und mehr als 1 100 falsche Münzen ein. Gesamtwert: rund 50 000 Euro.

Die Bundesbank rät immer wieder zum Motto „Fühlen, Sehen, Kippen“. Dabei geht es darum, die Papier- und Druckqualität sowie die Sicherheitsmerkmale der Scheine zu kontrollieren. Dazu gehören unter anderem Hologramme, die grüne Smaragdzahl, Druckreliefs, das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden.

www.bundesbank.de/falschgeld