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Görlitz

Polizei schnappt sechs Schwarzarbeiter

Die Täter wurden in der Nacht zum Sonnabend an der A4 erwischt. Bei den Ermittlungen steht nun eine Sache ganz besonders im Fokus.

Symbolbild
Symbolbild © Friso Gentsch/dpa (Symbolbild)

Bundespolizisten haben am Freitag gegen 23 Uhr auf dem Autobahnrastplatz "An der Neiße" sechs Schwarzarbeiter geschnappt. Die Beamten aus Ludwigsdorf leiteten gegen die Tatverdächtigen Ermittlungsverfahren ein und behielten insgesamt 3.100 Euro an illegalem Lohn und Sicherheitsleistungen ein. Die Ukrainer im Alter von 17, 27, 31, 34, 35 und 45 Jahren saßen laut Bundespolizei alle in einem Reisebus, den sie kurz vor ihrer Ausreise aus Deutschland kontrollierten.

Zunächst gab ein Paar (17 und 27) an, über das Internet durch eine ukrainische Agentur ein "legales Arbeitsverhältnis" vermittelt bekommen zu haben. Die Agentur forderte das Paar zunächst auf nach Berlin zu reisen. Dort angekommen, erhielten sie statt der erwarteten Arbeitsverträge gefälschte bulgarische Identitätskarten, die nun als "legale Eintrittskarte" auf dem deutschen Arbeitsmarkt dienen sollten. Anschließend delegierte die "Berliner Zweigstelle" die 17-Jährige und den 27-Jährigen weiter nach Sachsen-Anhalt, wo sie für 6 Euro statt der versprochen 8 Euro im Einzelhandel arbeiteten. Nach kurzer Zeit entschlossen sich beide in die Ukraine zurückzukehren. Für die Vermittlung hatten sie der ukrainischen Agentur zu diesem Zeitpunkt bereits 3000 Euro bezahlt, teilt die Bundespolizei mit.

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Ebenfalls der Schwarzarbeit verdächtigt werden vier ukrainische Männer (31, 34, 35 und 45). Die drei jüngeren Männer hatten nachweislich ohne Genehmigung im Baugewerbe im Großraum Köln gearbeitet. Der 45-Jährige war ebenfalls illegal im Baugewerbe im Rhein-Main-Gebiet und später in Leipzig tätig. Bei einem der Männer (45) wurden 1.900 Euro illegaler Arbeitslohn beschlagnahmt. Die anderen Beschuldigten mussten jeweils eine Sicherheitsleistung in Höhe von 400 Euro hinterlegen.

Die Ermittlungen dauern in allen Fällen noch an. Aufgrund umfangreicher Ermittlungsansätze steht hier die ukrainische Arbeitsagentur mit ihrer "Berliner Zweigstelle" besonders im Fokus der Ermittler. Über die Aufenthaltsbeendigung und mögliche Einreisesperren entscheidet am Montag die zuständige Ausländerbehörde.

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