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Polizei schob bisher 190 Asylbewerber ab

Knapp die Hälfte der bisher in diesem Jahr geplanten Abschiebungen konnten nicht vollzogen werden - vor allem weil die betroffenen Personen nicht auffindbar waren.

Dresden. Bis einschließlich 31. Oktober hat die Polizeidirektion Dresden die Abschiebung von 190 abgelehnten Asylbewerbern in diesem Jahr vollzogen. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Abschiebungen erfolgten auf Grundlage von Abschiebeanordnungen der Landesdirektion Sachsen, der Zentralen Ausländerbehörde in Chemnitz sowie der Ausländerbehörde Dresden.

Die genannten Behörden hatten die Dresdner Polizei bislang mit der Abschiebung von insgesamt 360 Personen in ihrem Zuständigkeitsbereich (Landkreis Meißen, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Stadt Dresden) beauftragt. Knapp die Hälfte der geplanten Abschiebungen konnte nicht vollzogen werden. In den meisten Fällen trafen die Beamten die Asylbewerber nicht an der gemeldeten Adresse an. Ein zweiter Hinderungsgrund war, dass Familien nur bei Vollzähligkeit abgeschoben werden können. Wenn Einsatzbeamte ein Familienmitglied nicht antreffen, muss die Abschiebung abgebrochen werden.

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Durch den Mehraufwand bei wiederholtem Anfahren der Adressen ergaben sich aus den 360 Abschiebeaufträgen insgesamt 410 Einsätze für die Polizei. Dafür wurde jeweils mindestens ein Funkstreifenwagen mit zwei Beamten eingesetzt. Die Einsätze dauerten durchschnittlich zwei Stunden.

Die 190 abgeschobenen Personen setzen sich aus 29 Familien und 76 Einzelpersonen zusammen. Die Menschen stammen aus über 20 Nationen. Den größten Anteil stellt Serbien (60), gefolgt von der Russischen Föderation (21), dem Kosovo (19), Tunesien (19) und Libyen (18). (szo)