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Polizei soll über Facebook ermitteln

Sächsische Beamte können das soziale Netzwerk künftig zur Fahndung nutzen. Es geht um Fotos, die öffentlich gezeigt werden sollen. Zumindest technisch ist das kein Problem.

© dpa

Von Thilo Alexe

Dresden/Osnabrück. Verbrecherjagd per Facebook: Sachsens Polizei soll künftig Fahndungsfotos auch in dem sozialen Netzwerk veröffentlichen können. Der Freistaat will bei der am Mittwoch in Osnabrück beginnenden Innenministerkonferenz einem Beschlussvorschlag zu dieser Fahndungsform zustimmen. Die Ressortchefs sind sich offenbar einig, dass das Nutzen sozialer Netzwerke bei der Suche nach Tatverdächtigen prinzipiell rechtlich zulässig ist. Allerdings sollen die Justizminister dazu noch Richtlinien erarbeiten.

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Ab wann die Polizei in Sachsen per Facebook fahndet, ist noch unklar, wie es gestern aus dem Dresdner Innenministerium hieß. Unter dem Kürzel „DigiPol“diskutiert eine Arbeitsgruppe den Einsatz neuer Medien bei der Polizei und entwickelt Projekte dazu. In anderen Bundesländern nutzten die Beamten bereits soziale Netzwerke zur Fahndung.

Die sächsischen Koalitionsfraktionen von CDU und FDP hatten sich im Frühjahr für die Einbeziehung von Facebook in die Polizeiarbeit stark gemacht. Nach ihrer Ansicht bietet sich so die Chance auf eine rasche und öffentlichkeitswirksame Verbreitung von Bildern und Fahndungsaufrufen.

Datenschützer sind dagegen skeptisch. Sie verweisen auf Schwierigkeiten beim Löschen von Daten in sozialen Netzwerken. Dieses Problems sei man sich bewusst, hieß es aus dem Dresdner Innenministerium weiter.