merken
Deutschland & Welt

Polizei stockt in Stuttgart auf

Hunderte Menschen verwüsteten am Wochenende die Innenstadt. Das soll sich an den kommenden Wochenenden nicht wiederholen.

Bei der Randale in Stuttgart gingen nicht zur Scheiben zu Bruch.
Bei der Randale in Stuttgart gingen nicht zur Scheiben zu Bruch. © Marijan Murat/dpa

Stuttgart. Nach den Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht zum Sonntag will die Polizei an den kommenden Wochenenden mehrere Hundertschaften einsetzen, um die Kontrolle in der Innenstadt zu behalten. 

Die Polizei wolle dann nachts mit einer guten dreistelligen Anzahl an Beamten unterwegs sein, berichtete der Vorsitzende des Landtags-Innenausschusses, der Abgeordnete Karl Klein (CDU), am Mittwoch aus der nicht öffentlichen Sitzung. Geplant seien mehrere Einsatzhundertschaften, Polizeireiter, Polizeihundeführer und Ermittlungsbeamte.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Die Ermittlungsgruppe ist inzwischen von 40 auf 75 Personen erweitert worden. Nach Angaben Kleins sind die zusätzlichen Beamten in der Ermittlungsgruppe unter anderem nötig, um die Vielzahl an Fotos und Videos der Ausschreitungen auszuwerten. Die Menge des zu sichtenden Materials bewege sich inzwischen im Gigabyte-Bereich. Ziel sei es, weitere Tatverdächtige zu finden und festzunehmen.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag waren Hunderte Menschen durch die Einkaufsstraße Stuttgarts gezogen, sie hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an der Randale beteiligt.

Mindestens ein weiterer mutmaßlicher Randalierer ist nach Angaben von Innenminister Thomas Strobl (CDU) ermittelt worden. Damit sind es nun 26 Tatverdächtige. Acht von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, einer wegen Verdachts auf versuchten Totschlag. Ein weiterer Haftbefehl war gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Unklar ist bislang, ob auch gegen den neuen Tatverdächtigen Haftbefehl beantragt wird.

Etwa jeder zweite bislang Festgenommene aus der Krawallnacht hat einen deutschen Pass, darunter haben mehrere Personen einen Migrationshintergrund. Neun der Festgenommenen weisen nach aktuellem Kenntnisstand einen Flüchtlingsbezug auf.

Die Stuttgarter Polizei hat sich derweil mit emotionalen Worten für den Zuspruch nach dem Einsatz in der Randale-Nacht bedankt und um Verständnis geworben. Beamte in Uniform seien zwar die Vertreter des Staates. 

Weiterführende Artikel

"Wir haben viele Verlierer durch Corona"

"Wir haben viele Verlierer durch Corona"

Hunderte Randalierer und Plünderer im Herzen einer deutschen Großstadt? Das kann nicht sein, sagen Politiker. Und Experten suchen nach den Gründen.

„Es wird Sieger und Verlierer geben“

„Es wird Sieger und Verlierer geben“

Frank Paulus und Paul Rabe trainieren die besten Fußballklubs der Region. Auch hier bestimmt Corona den Alltag.

"Wir sind aber ebenso selbstverständlich auch Menschen mit Herz und Verstand, wir haben Familie und wollen am Abend, wie jeder andere in unserer Gesellschaft, wieder heil zu Hause ankommen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Polizisten. Körperschutzausstattung und Helme verdeckten bei Einsätzen immer häufiger die Gesichter und das "offene Visier" der Polizei. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt