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B96: "Stiller Protest" zieht weit über 300 Corona-Kritiker an

So viel Teilnehmer haben seit Monaten nicht mehr von Zittau bis Oppach gestanden. Allein in eine Gemeinde kamen dieses Mal über die Hälfte davon.

Oppach ist wöchentlich der Hotspot der Corona-Proteste - wie hier im April dieses Jahres.
Oppach ist wöchentlich der Hotspot der Corona-Proteste - wie hier im April dieses Jahres. © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Oppach ist am Sonntagvormittag wieder der Treffpunkt für Kritiker der Corona-Politik gewesen - und das mit weitem Abstand zu anderen Orten. Allein die Gemeinde zog mit rund 200 fast so viele "Stille Protestler" an die B96 in der südlichen Oberlausitz wie die Polizei noch eine Woche zuvor im gesamten Revierbereich Zittau-Oberland zählte: nämlich 231. Und das, wo dieses Mal noch etwa zeitgleich Autokorsos gegen die Corona-Maßnahmen nach Großschönau fuhren.

Angesichts der Vielzahl an Personen konnten die vorbeifahrenden Beamten die Teilnehmerzahl nur schätzen, wie sie das bei größeren Gruppen grundsätzlich tun. Der Polizei geht's dabei darum, eine Entwicklung zu erkennen und diese in die künftige Lagebeurteilung einzubeziehen. Das Gewicht Oppachs ist umso mehr hervorzuheben, als dass die Beamten in Mittelherwigsdorf und Friedersdorf keine Kritiker stehen sahen. In anderen Orten indes schon. So waren "Stille Protestler" in Ebersbach (60), Eibau (35), Oderwitz (29), Zittau (9) und Neusalza-Spremberg (8). Unterm Strich: 341. Ähnlich viele registrierte die Polizei zuletzt im Mai dieses Jahres.

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Der wöchentliche Vergleich beweist einmal mehr, dass der Schwerpunkt der Kritiker nicht nur in der südlichen Oberlausitz liegt, sondern insbesondere in Oppach: Im gesamten Revierbereich Bautzen zählte die Polizei am Sonntagvormittag 101 Teilnehmer - zwei weniger als vor einer Woche. In Hoyerswerda stand niemand, nachdem die Polizisten sieben Tage zuvor vier "Stille Protestler" registrierte.

Auch waren die Teilnehmer in Oppach mit allerlei Flaggen und Plakaten ausgestattet. Zu viel, sodass die Beamten nur von "zahlreichen" schreiben konnten. In anderen Orten waren folgende Fahnen vertreten: Deutsches Reich (10), (Königreich-)Sachsen (10), Deutschland (9), Oberlausitz (7), Russland (2), Wirmer (1). Auf Plakaten standen bekannte Sprüche wie "Nein zur Impfpflicht" und "Freiheit" sowie "Wir Sachsen gegen den Corona-Wahnsinn".

Strafrechtliche Relevanz hat das Gezeigte wie immer nicht, auch sonst gab's keine Vorkommnisse, teilt die Polizei mit. Sie stellte eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Nur die Demo an der Dresdner Straße in Zittau war angemeldet.

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