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Klappstuhl-Kaffee statt Ring-Spaziergang

Unter diesem Motto haben Sonntag erstmals rund 150 Menschen um Zittaus Stadtring gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Auch an der B96 standen Hunderte.

Das Video zeigt eine entspannte, friedvolle Stimmung, die unter den Teilnehmern des ersten "Klappstuhl-Kaffees" am Sonntagnachmittag um den Zittauer Stadtring herrschte.
Das Video zeigt eine entspannte, friedvolle Stimmung, die unter den Teilnehmern des ersten "Klappstuhl-Kaffees" am Sonntagnachmittag um den Zittauer Stadtring herrschte. © JBV/Youtube/Screenshot

Mit einem Kaffeeklatsch um den Zittauer Stadtring haben erstmals Kritiker der Corona-Maßnahmen am Sonntagnachmittag auf sich aufmerksam gemacht. Sie breiteten am Gehweg und auf der Wiese Stühle, Tische und Decken aus, aßen, tranken und redeten miteinander. Insbesondere der Bereich bei der Krokuswiese und Blumenuhr diente als Treffpunkt. Dort spielte sogar einer auf der Gitarre, zwei andere tanzten im verhüllten roten Stoffanzug dazu. "Da zurzeit spazieren gehen am Ring staatlich nicht gewollt ist, trafen sich Haushalte zum Kaffeetrinken mit ihren Klapptischen und -Stühlen, um ihren Unmut über die sinnlosen Verbote der noch aktuellen Bundesregierung Ausdruck zu verleihen", schreibt dazu einer auf Facebook. Ein bei Youtube hochgeladenes und mit Musik untermaltes Video zeigt eine entspannte, friedliche Stimmung.

Auch die Polizei hat vorab in sozialen Netzwerken von der Aktion erfahren, wie Sprecher Sebastian Ulbrich mitteilt. Der Aufruf zur Teilnahme betraf seiner Auskunft nach nicht nur Zittau, sondern galt kreisweit. Um den Ring zählten die Beamten rund 150 Menschen. Grund zum Einschreiten sahen sie aber nicht. So sollen nach erster Einschätzung an den Tischen und auf den Decken nur Menschen aus einem Haushalt plus einer weiteren Person gesessen, alle den Mindestabstand eingehalten haben. "Es konnten keine Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt werden", so Sebastian Ulbrich.

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Nachdem der wöchentliche unangemeldete "Spaziergang" von zuletzt rund 500 Teilnehmern am Montagabend von einem großen Aufgebot der Polizei begleitet wird, scheint damit nun eine neue Variante gefunden zu sein - um den Protest auszudrücken. Vor zwei Wochen liefen Kritiker erstmals fast täglich abends um den Ring, auch am vergangenen Donnerstag sind sie unterwegs gewesen - allerdings mit weitaus weniger Teilnehmern und unter Beobachtung der Polizei. Es werde geprüft, wie die neue Aktion einzuordnen sei und darauf reagiert werde, informiert der Sprecher.

Inzwischen etabliert haben sich auch die Demonstrationen am Sonntagvormittag entlang der B96. Dort zählten die Beamten allein zwischen Zittau und Oppach dieses Mal 381 "Stille Protestler" - 30 mehr als die Woche zuvor. Viel weniger kamen hingegen im Revierbereich Bautzen (112) zusammen, in Hoyerswerda gar keiner.

Die Beamten zählten am 11. April noch über 400 Menschen im Revierbereich Zittau-Oberland. Dieses Mal kamen 351 zusammen. Das sind aber immer noch einige mehr Protestler als in Bautzen (135) und Hoyerswerda (8), wo die Zahlen zur Vorwoche vergleichsweise ähnlich niedrig ausfielen. "Ein Großteil der Teilnehmer hielt sich nicht an die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes", berichtet Sebastian Ulbrich. Die im Einsatz gewesenen Streifen dokumentierten die Verstöße. Geahndet haben sie diese jedoch nicht. Dafür seien die Beamten zu wenig gewesen, heißt es wie schon vorige Woche zur Begründung.

Die meisten "Stillen Protestler" standen wie immer an der B96 in Oppach (201). Dahinter folgen Oderwitz (51), Ebersbach (45), Eibau (37), Neusalza-Spremberg (14), Friedersdorf (10), Zittau (7) und Mittelherwigsdorf (5 ). Mit dabei: Reichs-, Deutschland-, Sachsen-, Schlesien, USA- und Russlandflaggen. Auch Preußen und das Sudentenland waren als Fahne vertreten. Genauso wie die QAnon-Bewegung. In Oppach sahen die Polizisten zudem 30 kleine Friedensfahnen aus Papier. Einige Demonstranten hielten Schilder in den Händen. In Mittelherwigsdorf stand auf einem "Wir Sachsen gegen Corona-Wahn", in Oderwitz "Nein zur Maskenpflicht" und "Alle Macht geht vom Volk aus", in Eibau "Hände weg von unseren Kindern". "Strafrechtlich war nichts davon", so der Polizeisprecher.

Die Demo an der Dresdner Straße (B96) in Zittau zum Thema "Wahrung unserer Grundrechte" war wieder anders als in den anderen Orten angemeldet. So erstatteten die Beamten im Landkreis Görlitz am Ende eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

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