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B96-Demo: "Ihr Blöden könnt mir nichts"

Die Polizei meldet steigende Teilnehmerzahlen von Zittau bis Oppach - und eine Beleidigung. In Neugersdorf erwischte sie einen Zigaretten-Schmuggler.

Oppach gilt als Schwerpunkt der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen.
Oppach gilt als Schwerpunkt der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der "Stille Protest entlang der B96" am Sonntag hat wieder so viel Zuspruch wie seit Wochen nicht mehr. Das zumindest sagen die neuesten Zahlen der Polizei aus.

So haben die Beamten am Sonntag über 300 Teilnehmer für den Revierbereich Zittau bis Oppach gezählt. Allein im Vergleich zur Vorwoche sind das mehr als doppelt so viele Protestler, die damit ein Zeichen gegen die Corona-Maßnahmen setzen wollen. Der Schwerpunkt liegt unverändert in Oppach, wo allein 140 Menschen zusammenkamen - gefolgt von Ebersbach und Oderwitz mit je 40.

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Einer aus der nördlichsten Oberland-Gemeinde des Revierbereichs erhielt auch eine Anzeige von den Beamten. Die soll der 62-jährige Deutsche nämlich mit den Worten "Ihr Blöden könnt mir gar nichts" beleidigt haben, wie die Polizei berichtet. Zudem stellten die Beamten vier Ordnungswidrigkeiten von Zittau bis Oppach fest, weil Teilnehmer keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen. Vertreten waren bei den Protestlern die Deutschland-, Reichs-, Sachsen- und Oberlausitz-Flagge. Die Polizisten zeigten zudem im Revierbereich einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz gegen Unbekannt an. Bezogen auf die gesamte B96 in Sachsen lag die Zahl der Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen am Sonntag bei 445.

Bei einer Kontrolle in Löbau trafen Polizisten in der Nacht zum Sonntag fünf Personen aus fünf Haushalten an, die alle in einem Auto saßen. Die jungen Leute im Alter von 15 bis 25 Jahren fuhren mit einem Ford auf der Breitscheidstraße entlang. "Mehrere defekte Beleuchtungen an dem Focus sowie grundlos eingeschaltete Nebelscheinwerfer machten die Beamten auf das Auto aufmerksam", teilt die Polizei mit. Alle Insassen erhielten eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutz-Verordnung.

Gleich mehrere Corona-Vorfälle gab's in Neugersdorf. Am Sonnabendnachmittag erwischten Bundespolizisten der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit aus Löbau dort einen 45-jährigen Tschechen, der 47 Stangen Zigaretten über die Grenze schmuggeln wollte. Der Mann war mit einem in Deutschland zugelassenen Citroen unterwegs und fiel den Beamten erstmals in Ebersbach auf. Die Beamten standen auf der Bahnhofstraße und sahen, wie das Auto von Tschechien in Richtung Deutschland fuhr. "Als der 45-Jährige die Streife erkannte, drehte er noch vor der Grenze ab und fuhr wieder in Richtung Inland", berichtet die Bundespolizei.

Die Beamten vermuteten, dass der Mann auf einen anderen Übergang ausweichen wollte und waren deshalb in Richtung Breitscheidstraße in Neugersdorf unterwegs. Kurz vor ihnen reiste der Citroen nach Deutschland ein. So folgte eine Kontrolle, die den Grund für das Ausweichmanöver offenbarte: Im Fahrzeug befanden sich 9.468 Stück unversteuerte Zigaretten, die der Tscheche laut eigenen Angaben in Löbau weiterverkaufen wollte. Der Zoll übernahm den Fall. Und weil der Mann auch keinen negativen Corona-Test und digitale Einreiseanmeldung vorlegen konnte, bekam das Gesundheitsamt eine entsprechende Info von den Bundespolizisten.

47 Stangen haben die Bundespolizisten bei dem Tschechen gefunden.
47 Stangen haben die Bundespolizisten bei dem Tschechen gefunden. © Bundespolizei
Die wollte er in zwei Tüten verpackt in Löbau weiter verkaufen.
Die wollte er in zwei Tüten verpackt in Löbau weiter verkaufen. © Bundespolizei

Am Sonnabendabend dann stoppten die Beamten auf der S148 bei Neugersdorf einen VW Passat, der aus Tschechien einreiste. Mit ihm unterwegs waren eine 31-jährige Frau und ein 41-jähriger Mann aus Serbien. "Sie wollten nach Hamburg, um dort zur Probe zu arbeiten", so die Bundespolizei. Das Problem: Weder Visum noch Arbeitserlaubnis lagen vor. Außerdem besaßen beide keinen negativen Corona-Test und ihnen fehlte die digitale Einreiseanmeldung. Zu einer der Ausnahmegruppen gehörten sie ebenso nicht. So erfolgte Anzeige wegen der unerlaubten Einreise und die Zurückweisung nach Tschechien.

Am Sonntag dann reisten zwei Frauen aus den Niederlanden bei Neugersdorf aus Tschechien ein. Sie seien versehentlich dahin ausgereist, teilten die beiden 24 und 28 Jahre alten Berlinerinnen den Beamten mit. Diese fanden jedoch im Kulturbeutel der Älteren versteckt etwa 11,5 Gramm Marihuana und Haschisch sowie eine Haschpfeife und einen Grinder. Gegen die Niederländerin läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen der Einfuhr von Betäubungsmitteln. Die Drogen übernahm der Zoll. Auch den Frauen fehlte ein negativer Corona-Test und eine digitale Einreiseanmeldung. Außerdem mussten sie sich sofort in häusliche Quarantäne begeben. (SZ)

Die 28-Jährige hatte Marihuana und Haschisch dabei.
Die 28-Jährige hatte Marihuana und Haschisch dabei. © Bundespolizei

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